Mit dem Einzug der kalten Jahreszeit wird es für viele unserer heimischen Tiere ungemütlich. Nach Ende der Vegetationsperiode ist nur noch wenig Nahrung verfügbar. Verschiedene Tierarten haben verschiedene Strategien entwickelt, um der Kälte zu entgehen oder mit ihr umzugehen. Die Zugbewegungen der Vögel, wie Bienenfresser und Storch, sind uns häufig bekannt. Ebenso die Winterruhe, -schlaf oder -starre verschiedener Arten wie Eichhörnchen, Haselmaus oder Erdkröte. Auch Insekten nutzen die beiden Hauptstrategien – Abwanderung oder Überwinterung - mit der sie den Winter gut überstehen können.
Überwinterung: Die meisten Insekten überwintern in unseren Breitengraden als Ei, Larve oder Puppe. Die erwachsenen Tiere haben ihren Lebenszyklus im Laufe des Jahres abgeschlossen und versterben noch bevor es zu frostig wird. Für die Nachkommen haben sie alles vorbereitet, damit diese sich in Ruhe entwickeln und dann im Frühjahr den Kreislauf neu starten können. Viele Wildbienenarten legen zum Beispiel ihre Eier in selbstgebauten Brutkammern ab; mit Pollennahrung und Schutzwällen für die schlüpfenden Larven. Doch nicht nur Wildbienen überwintern als Ei, Larve oder Puppe. Die Larve des Maikäfers, der sogenannte Engerling, verbringt sogar einige Jahre in diesem Stadium im Wurzelraum von Eichen. Verschiedene Schmetterlingsarten legen die Eier direkt an die zukünftige Futterpflanze. Die Larven können dann direkt nach dem Schlüpfen mit dem Fressen anfangen.
Einige Arten überwintern auch als erwachsene Tiere. Dafür suchen sie sich einen sicheren Platz, zum Beispiel im Unterholz oder Laub. Dort verfallen sie in die Winterstarre. Ein Glycerin-ähnlicher Stoff verhindert dabei das Erfrieren des Blutes. Mit steigender Temperatur wachen die Tiere wieder auf und machen sich direkt auf die Nahrungssuche. Diese Überwinterungsstrategie sichert einen frühen Start in den Fortpflanzungszyklus. Zu den Arten, die hier überwintern gehören zum Beispiel Zitronenfalter, Kleiner Fuchs und der Marienkäfer.
Abwanderung: Verschiedene Insektenarten sind in der Lage auch längere Strecken zu wandern, und so den strengen Temperaturen im Winter zu entgehen. Ähnlich wie Zugvögel wandern die Tiere in den Süden nach Italien, Nordafrika und teilweise noch weiter. Die Nachfahren wandern anschließend im Frühling zurück in den Norden. Beispiele für wandernde Insekten sind verschiedene Schwebfliegenarten und Tagfalter wie Admiral und Distelfalter.
Mehr Infos zum Projekt Blühende Naturparke finden Sie unter www.bluehende-naturparke.de oder auf unseren Projektseiten.
Dieses Projekt wird im Rahmen des Sonderprogramms des Landes zur Stärkung der biologischen Vielfalt mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert.




