Schulen & Kindergärten

Neben der Anlage von neuen Wiesenflächen geht es bei dem Projekt der Blühenden Naturparke auch darum, die komplexen Zusammenhänge zwischen verschiedenen Lebewesen zu vermitteln. Dazu gehört beispielsweise ein Verständnis für die Bedeutung bestäubender Insekten. Bunte Wiesen können hier eine Vermittlerrolle tragen, um in der Gesellschaft wieder mehr Akzeptanz für Biotope in unserem unmittelbaren Umfeld zu schaffen. Denn auch wenn sie gerade nicht in Vollblüte stehen und manchmal für unser Empfinden sogar unordentlich aussehen, spielen Wiesen und Blühstreifen doch das ganze Jahr hindurch eine sehr wichtige Rolle. Denn Heuschrecken, Zikaden, Käfer und Schmetterlinge, Bienen und Raubfliegen verbringen den größten Teil des Jahres als Ei oder Larve vor uns verborgen im Boden oder in Pflanzenstängeln, und benötigen auch zu dieser Zeit Schutz. Und je mehr Pflanzenarten vorhanden sind, desto mehr Insekten werden für sich die richtigen Bedingungen finden. 

Wer darüber Bescheid weiß, versteht unter einer gelungenen Grünanlage vielleicht nicht mehr ein ordentliches Wohnzimmer mit grünem Teppich unter freiem Himmel, sondern eine lebendige Fläche, auf der erstaunlich viele verschiedene Lebewesen ein Auskommen finden.

Kinder spielen bei diesem gesellschaftlichen Lernprozess eine zentrale Rolle.

Daher möchten wir Kindergruppen, insbesondere Kindergärten und Grundschulklassen, herzlich einladen, um mit uns neue Wiesenflächen einzusäen. Die Kinder bekommen zunächst eine kurze Einführung zum bunten Treiben auf einer lebendigen Wiese und dürfen dann selbst Hand anlegen und eimerweise Samen verteilen. Zu guter Letzt bekommen sie ein Paket mit Materialien mit, das Anreize gibt, die Fläche in der folgenden Zeit weiter zu besuchen und genau mitzuverfolgen, wie auf blanker Erde ein vielfältiger Lebensraum wächst. Die Kinder können so beim Entstehen einer Wiese von Anfang an dabei sein. Oft entwickelt sich so ein besonderes Interesse an "ihrer" Wiese und deren Bewohnern.

Damit die Fläche später problemlos besucht werden kann, ist natürlich eine Aussaat nahe der Schule oder des Kindergartens besonders reizvoll. Vielleicht kann ja direkt in den Grünanlagen von Kindergärten und Schulen eine blühende Wiese oder ein Staudenstreifen angelegt werden? Die Bodenvorbereitung erfolgt in der Regel durch den Bauhof. Oft stehen nahe der Einrichtungen nur kleine Flächen zur Verfügung. Hier liegt das Hauptaugenmerk daher nicht auf der Schaffung neuen Lebensraumes, sondern klar auf der Umweltbildung. Wenn die Einsaat auf einer großen Fläche erfolgen kann, wird die Bedeutung als Lebensraum natürlich ebenfalls größer sein.

Nach einigen Monaten öffnen sich die ersten Blüten. Meist machen Mohn und Kornblumen dieses Rennen. In den Folgejahren werden diese Arten durch länger lebende Wiesenpflanzen verdrängt, aber im ersten Standjahr haben sie ihren großen Auftritt. Zu dieser Zeit kommen wir ein zweites Mal und schauen uns mit den Kindern die Pflanzen an. Was blüht da? Und welche Jungpflänzchen verstecken sich unter dem Mohn? Kleinere Kinder erhalten ihre Blühfibel. Bei diesem Termin oder auch in einem Folgetermin erfahren die Kinder darüber hinaus viel über die Insekten, die sich zunehmend auf der Fläche einfinden werden. Mitmachinfos zum mitnehmen bietet hierbei die Insektenfibel. Das dritte Wissensgebiet behandelt das Leben unter unseren Füßen: Wer lebt im Boden und was machen die da eigentlich alles? Auch hier haben die Blühenden Naturparke eine Fibel herausgegeben: die Bodenfibel. Der vierte Themenkomplex behandelt Biodiversität. Einen kindgerechten Einblick in dieses doch irgendwie sperrige Thema bietet unsere Vielfaltsfibel. Sie ist geeignet für Kinder ab der 3. Klasse.

Rund um den Schönbuch haben bis August 2025 bereits über 9.000 Kinder an diesem Programm teilgenommen. Wenn die eine oder der andere von ihnen Wiesen jetzt mit vielfältigem Leben assoziiert, hat sich's gelohnt! Wir hoffen, es hat allen so viel Spaß gemacht wie uns.

Wenn auch Sie mit Ihrer Klasse oder Kindergruppe eine Aussaataktion durchführen möchten, wenden Sie sich einfach an die Geschäftsstelle des Naturparks.