Willkommene Untermieter

Seit Jahrhunderten wissen Tiere die Behaglichkeit unserer Gebäude zu schätzen. Während die freie Landschaft dank menschlicher Geschäftigkeit immer weniger Baumhöhlen und Abbruchkanten an Flussläufen zu bieten hatte, boten Häuser weiterhin zuverlässig Verstecke. In jüngster Zeit allerdings ändert sich das: Ritzen und Hohlräume werden überdämmt und abgedichtet, Folien versperren den Zugang zu Dachböden.
Zeit, innezuhalten und zu überlegen, wer eigentlich mit uns unter einem Dach wohnt und wie sich wieder Raum schaffen lässt für unsere heimlichen Mitbewohner.
Nistmöglichkeiten am Haus bieten wunderbare Beobachtungsmöglichkeiten. Nicht nur für Kinder ist es schön und lehrreich, sich über die Bedürfnisse der tierischen Bewohner zu informieren, passende Kästen zu bauen oder andere Quartiere zu schaffen und sich zu freuen, wenn sie angenommen werden.
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Fledermäuse
Vögel
Nistkästen reinigen?
Wer wohnt bei Ihnen?
Weiterführende Links
Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, Fledermäusen und Vögeln am Haus Quartiere zu schaffen. Dazu finden sich online sehr viele, teils sehr gute und ausführliche Informationen. Hier eine Auswahl:
- Seiten des Projekts “Artenschutz am Haus”, beispielsweise die Broschüre “Hilfestellung für Bauherren, Architekten und Handwerker”
- Unter “Bauen & Tiere” können Sie detailierte Darstellungen für einzelne Bauteile und deren Relevanz für verschiedene Tiere abrufen, von Vögeln über Fledermäuse bis zu Molchen und vom Firstziegel bis zum Kellereingang.
- Broschüre der Freien Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt “Energetische Sanierung - Fortschritt für Klimaschutz und Artenschutz”
- Broschüre vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie des Freistaats Sachsen “Fledermausquartiere an Gebäuden”
- Broschüre des Bayrischen Landesamtes für Umwelt “Fledermausquartiere an Gebäuden - Erkennen, erhalten, gestalten”
- Die AG Fledermausschutz Baden-Württemberg e.V.:, hier finden Sie u.a. telefonische Anlaufstellen.
- NABU-Broschüre “Arbeitshilfe Artenschutz für die energetische Gebäudesanierung, Schwerpunkt Vögel”
- Das Mauersegler-Baubuch der LBV München (Landesbund für Vogel- und Naturschutz)
- Nistplätze für Mauersegler und Spatzen in der Dachkonstruktion
- “Die Spatzenfibel” des LBV München
Fledermäuse
Unauffällige Flattermänner
Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die zu aktivem Flug fähig sind. Sie sind nachtaktiv und wirklich klein, wiegen gerade mal so viel wie ein paar Gummibärchen. Mitteleuropäische Fledermäuse ernähren sich von Insekten und Spinnen, pro Nacht benötigen sie ungefähr ein Drittel ihres Körpergewichts an Futter. Das macht bei der winzigen Zwergfledermaus (wiegt ca. sechs Gramm) pro Nacht über 600 Stechmücken.
Orientierung und Beutefang erfolgen mit den Ohren: Fledermäuse stoßen laute Rufe im Ultraschallbereich aus und setzen aus den Echos ein Klangbild ihrer Umgebung zusammen. Die für uns so ungewohnten Falten im Gesicht vieler Arten und die Ohrform hängen mit diesem “akustischem Sehen” zusammen.
Fledermäuse sind ausgesprochen soziale Tiere, die lebenslange Freundschaften pflegen.
Alle Fledermausarten in Deutschland sind geschützt, viele bedroht, manche bereits verschwunden. Nur gemeinsam können wir den Fortbestand dieser faszinierenden Flattermänner sichern. Quartiere bilden einen wichtigen Baustein dabei.
Quartiere am Haus
Gebäude sind auch für Fledermäuse sehr wichtige Strukturen: 20 der 23 Arten in Baden-Württemberg nutzen Hohlräume an Gebäuden als Tagversteck, Männchenquartier, Wochenstube oder zur Überwinterung. Manche Arten tauchen nur gelegentlich an Gebäuden auf, andere sind auf die Gebäudequartiere angewiesen. Über das Jahr werden sehr viele verschiedene Hangplätze benötigt, da die Tiere sehr oft umziehen. Zum einen gilt es, ganz verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden: Während ein Winterquartier kühl und luftfeucht sein muss, brauchen Fledermäuse für die Jungenaufzucht in den sogenannten “Wochenstuben” sehr hohe Temperaturen. Zum anderen können die Tiere durch den häufigen Wohnungswechsel Fressfeinden und Parasiten entgehen und sich der aktuellen Witterung anpassen. Dabei sind Fledermäuse ausgesprochen traditionsbewusst und nutzen Verstecke oft über Jahrzehnte. Dies gilt insbesondere für Winterquartiere und Wochenstuben, da ein neuer Platz mit dem optimalen Raumklima schwer zu finden ist. Daher ist es sehr wichtig, bestehende Hangplätze zu erhalten!
Dachboden
Auf Dachböden und in Scheunen finden sich zahlreiche Verstecke für Fledermausarten, die gern etwas mehr Raum um sich herum haben. Dazu gehört beispielsweise unsere größte Fledermaus, das Große Mausohr. Aber auch Fransenfledermäuse, Wimperfledermäuse und Hufeisennasen schätzen luftige Quartiere. Häufig fanden sich überregional bedeutsame Fledermausgruppen in Burgen und Kirchen. Viele sind verloren gegangen, weil die Gebäude “taubensicher” gemacht werden sollten. Durch die angebrachten Vergitterungen konnten aber auch die Fledermäuse ihr angestammtes Quartier nicht mehr erreichen. Quartiermangel ist mit ein Grund, weshalb die ehemals häufigen Hufeisennasen in Baden-Württemberg fast vollständig verschwunden sind. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Tauben den Einflug zu verwehren, ohne Fledermäuse auszuschließen. In dieser pdf der Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern sind einige Varianten zusammengefasst. Auf dem Dachboden kann man Spaltenkästen als kuschelige Hangplätze anbieten.
Spalten und Ritzen
Die meisten Arten suchen Zuflucht in schmalen Spalten hinter Windbrettern und unbewegten Fensterläden, unter Dachziegeln oder hinter der Verkleidung des Schornsteins.
Für spaltenbewohnende Fledermäuse lassen sich überall am Haus mit einfachen Mitteln zusätzliche Quartiere herstellen. Oft entstehen sie ganz nebenbei, aber natürlich können sie auch bewusst angelegt werden. Flächige Elemente, die mit wenigen (zwei bis fünf) Zentimetern Abstand an der Hauswand hängen, eignen sich wunderbar als Quartier. Typisch sind etwa Windbretter, Wandverschalungen oder Flachdachverblendungen, es braucht lediglich eine Einschlupfmöglichkeit und eine raue Innenfläche, an der Fledermäuse sich festhalten können. Falls nötig, lässt sich guter Halt herstellen, indem man etwas Zementmörtel oder Fliesenkleber mit der Zahnkelle verteilt, (unbehandeltes!) Holz aufraut oder Holzwolleleichtbauplatten im Quartier anbringt. Dabei muss natürlich immer darauf geachtet werden, dass noch ausreichend Freiraum übrig bleibt. Der Einschlupf sollte mindestens daumenbreit sein und kann wenige Zentimeter lang sein oder sich über die ganze Unterseite der Struktur ziehen.
Winterquartiere sollten nicht besonnt sein, um große Temperaturschwankungen zu vermeiden. Sie sind oft unterirdisch, manchmal finden sich jedoch auch in Hohlbetonsteinen oberirdischer Mauern oder in hinterlüfteten Wandkonstruktionen geeignete Winterquartiere.
Zahlreiche weitere Möglichkeiten, wie Sie in der Dachkonstruktion, im Keller oder auf dem Dachboden Unterschlupf für Fledermäuse schaffen können, finden Sie in den oben verlinkten Broschüren.
Übrigens: Fledermäuse nagen nichts an (das würden ihre spitzen Insektenfresser-Zähnchen auch nicht mitmachen) und tragen keinerlei Material ein. Die bröseligen Kotpellets, die man unter bewohnten Quartieren finden kann, bestehen hauptsächlich aus Teilen von Insektenpanzern und sind ein prima Blumendünger. Sollten sie tatsächlich irgendwo stören, lassen sie sich problemlos wegfegen.
Fledermauskästen
Am Haus werden meist Spaltenkästen aufgehängt, die, wie der Name schon andeutet, den anderen Spaltenquartieren nachempfunden sind. Sie bestehen aus zwei oder mehr Brettern, die an den Seiten jeweils mit kleinen Latten auf Abstand gehalten werden – oben eineinhalb Zentimeter, unten vier oder fünf. Nach oben wird der Kasten mit einem schmalen Brett als Dach abgeschlossen. Die untere Öffnung wird lediglich mit einer Latte bis auf einen Einschlupfspalt von zwei Zentimetern verengt. Alle Bretter müssen zumindest auf der Innenseite unbehandelt und sehr rau sein, damit die Fledermäuse sich festhalten können. Wo keine sägerauen Bretter zur Verfügung stehen, kann man das Holz mit einem Drahtbürstenaufsatz für die Bohrmaschine aufrauen - zur Not lassen sich auch einfach von Hand mit einem Stechbeitel oder sogar mit einem Schraubendreher Rillen ins Holz kratzen. Für das vordere Brett ist die Größe eines DinA3-Blattes geeignet, größere Kästen werden aber meist besser angenommen. Das hintere Brett ist etwas länger, damit die Tiere bequem an ihm landen und daran empor klettern können. Besonders gern gehen Fledermäuse in Kästen mit mehreren "Abteilen" hintereinander - dort finden sie je nach Bedarf immer etwas wärmere und etwas kühlere Bereiche. Fledermäuse mögen keine Zugluft, daher sollte alles gut abschließen. Ritzen werden mit Holzleim oder ähnlichem verschlossen. Hier finden Sie die Bauanleitung für einen kleinen Flachkasten und hier eine etwas kompliziertere Bauanleitung für einen großen Flachkasten.
Material
Raue Bretter von Eiche, Robinie oder Lärche eignen sich für den Bau von Fledermausquartieren besonders gut. Auch ohne giftigen Holzschutz, der an einem solchen Kasten auf keinen Fall verwendet werden darf, sind sie lange wetterbeständig.
Anbringung
Fledermäuse schätzen (außer während der winterlichen Ruhephase) recht hohe Temperaturen. Daher werden gut besonnte Kästen gerne angenommen. Wird es im Sommer zu heiß, sollten Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Daher werden am besten gleich mehrere Kästen gebaut und an unterschiedlichen Hausseiten möglichst hoch oben aufgehängt. Freier Anflug ist wichtig, die Kästen also möglichst nicht hinter einer Hecke “verstecken”. Bitte achten Sie darauf, dass sich unter dem Ausflugschlitz keine Ansitzgelegenheit für Katzen, Marder oder andere Jäger bietet - die warten dort sonst ganz gemütlich auf die ausfliegenden Fledermäuse…
Winterquartiere sollten nicht besonnt sein, um starke Temperaturschwankungen zu vermeiden.
Vögel
Rund ein Dutzend Vogelarten nutzen Hohlräume an Gebäuden für ihre Nester, darunter Hausspatzen und Mauersegler, Mehlschwalben und Dohlen.
Direkt am Haus finden sich viele Hohlräume und Nischen, beispielsweise unter Dachziegeln und auf Balken.
Der Verzicht auf Insektengitter (die zur Abwehr von Wespen ohnehin viel zu grob sind) und Traufkämme öffnet Räume direkt unter den Ziegeln. Hier nisten insbesondere Spatzen und Mauersegler sehr gerne. Informationen finden Sie auf den Seiten "Nistplätze für Mauersegler und Spatzen in der Dachkonstruktion".
Daneben gibt es reichlich ungenutzten Raum, der theoretisch zur Verfügung stünde. Häufig ist beispielsweise der Traufkasten ein separater, in sich abgeschlossener Hohlraum. Werden dort Einschlupflöcher eingesägt, kann mit sehr geringem Aufwand eine große Zahl Nistmöglichkeiten geschaffen werden. Achtung: Der Raum sollte nach hinten abgeschlossen sein - hier kann man nötigenfalls mit einem Brett nachhelfen. Benachbarte Nester sollten voneinander getrennt sein. Entweder liegt hier ohnehin ein Balken der Dachkonstruktion, oder man kann mit Zwischenbrettern einzelne Abteile schaffen. Alternativ lässt man mindestens einen Meter Abstand zwischen den Schlupflöchern. Hier finden Sie beispielhafte Konstruktionszeichnungen dazu.
Viele Vögel nehmen auch Nistkästen aus Holz gerne an. Geeignet sind dieselben Materialien wie für Fledermauskästen: besonders wetterfeste Hölzer wie Lärche, Robinie oder Eiche. Allerdings kommt man an diese Hölzer gar nicht so einfach heran… Auch Kiefer oder Fichte können verwendet werden, sie halten lediglich nicht so lange. Einen gewissen Holzschutz kann man durch einen äußeren Anstrich mit Leinöl erreichen.
Wer experimentierfreudig ist, kann sich auch an Holzbeton als Baumaterial versuchen.
Wie groß muss der Kasten sein? Je nach Körpergröße brauchen Vögel unterschiedlich große Hohlräume und je nach Art (und artspezifischen Vorlieben) verschiedene Einschlupflöcher. So schätzen die kleinen Blaumeisen Einfluglöcher von 28 Millimetern, Kohlmeisen benötigen bereits 32 Millimeter und Gartenrotschwänzchen 45. Hier finden Sie eine Übersicht über die Bedürfnisse der verschiedenen Vogelarten. Es lohnt sich, rund ums Haus zahlreiche verschiedene Kästen aufzuhängen. So können sich verschiedene Arten ansiedeln.
Aufhängung
Wo die Nistkästen am besten angenommen werden, ist für die verschiedenen Arten sehr unterschiedlich. Besonders spezielle Anforderungen stellen Mauersegler: Sie möchten möglichst weit oben brüten, da sie beim Abflug aus dem Kasten springen und erstmal drei oder vier Meter fallen. Außerdem suchen sie beinahe ausschließlich unter Vorsprüngen, besonders direkt unter der Dachkante, nach neuen Nistmöglichkeiten. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kasten rasch entdeckt wird, an Kanten und Ecken. Kästen, die irgendwo an der freien Wand hängen, werden von Spatzen vermutlich entdeckt, von Mauerseglern dagegen nicht. Infos zum Mauersegler haben wir in einem Flyer zusammengefasst. Mauersegler und Spatzen brüten in Kolonien, für beide Arten sollten gleich mehrere Kästen aufgehängt werden. Spatzen, Meisen und Schwalben nehmen Kästen auch in Höhe des Erdgeschosses an. Immer ist darauf zu achten, dass der Kasten sich zur Zeit der Jungenaufzucht nicht zu stark aufheizt. Frühjahrsbruten profitieren von einer warmen Ausrichtung, im Juni / Juli wird die jedoch sehr schnell gefährlich. Katzen, Marder und Waschbären sollten die Kästen nicht erreichen können, sonst kann ein kleiner Vorbau am Eingang die Räuber abhalten.
Was braucht es sonst noch?
Außer einem geeigneten Nistplatz ist selbstverständlich auch Futter nötig, damit Vögel sich bei Ihnen ansiedeln können. Schwalben und nahezu alle Singvögel brauchen, wenigstens für die Jungenaufzucht, Insekten. Unterstützen Sie sie mit heimischen Pflanzen im Garten, gleich ob Baum, Strauch oder Staude. Dürfen abgeblühte Pflanzen über den Winter stehen bleiben, finden dort zahlreiche Insekten Unterschlupf für Larven, Puppen oder erwachsene Tiere. Ganz wichtig ist der Verzicht auf Pestizide. Dazu, wie Sie aus einem langweiligen Rasen eine bunte Blumenwiese machen können, finden Sie im Projekt “Blühender Naturpark Schönbuch” reichlich Informationen. Auch fischfreie (!) Gartenteiche sind für Insekten und andere Tiere ausgesprochen wertvoll.
Spatzen freuen sich übrigens sehr über offene Bodenstellen. Dort können sie ihr Gefieder in Staubbädern pflegen. Auch Mehlschwalben sind dankbar für solche Stellen, insbesondere wenn sie gelegentlich matschig werden - nur an Matschpfützen finden sie Baumaterial für ihre Lehmnester. Wer möchte, kann ihnen sogar eine eigene Lehmpfütze anlegen.
Werden Sie aktiv für Insekten, Vögel und Fledermäuse. Sie werden alljährlich mit Gesangseinlagen der Vögel und der Möglichkeit zu wunderbaren Naturbeobachtungen vom Sofa aus belohnt.
Muss man Nistkästen reinigen?
Das ist abhängig davon, wer den Kasten besiedelt hat. Meisen beispielsweise sammeln für ihr Nest Unmengen Moos und andere Pflanzenteile und füllen so jede Höhle ruck zuck bis oben auf. Bald ist kein Platz mehr für ein neues Nest – das alte sollte daher jedes Jahr entfernt werden. Gleiches gilt für Stare und Rotschwänzchen. Mauersegler dagegen fangen umher fliegende Spinnweben, Pflanzensamen und Federchen ein und bauen daraus im ersten Jahr mühsam einen flachen Ring. Ihr Nest wächst Jahr für Jahr ein winziges Bisschen und sollte keinesfalls entfernt werden. Andere, beispielsweise Spatzen, bauen immer weiter an ihren Nestern. Alte Stängel werden entfernt, neue kommen dazu. Ähnlich halten es Schwalben, die alljährlich ausbessern und anbauen. Spatzennester können also im Kasten bleiben, Schwalbennester dürfen ganz definitiv nicht entfernt werden.
Alle Vögel können Parasiten haben. Die werden bei einer Reinigung zusammen mit dem alten Nistmaterial entfernt, was für die neue Brut bessere Ausgangsbedingungen schafft. Auch Mauerseglerkästen kann man reinigen, das Nest bleibt dabei aber unangetastet. Obwohl die meisten Parasiten sehr speziell an “ihre" Vögel angepasst sind und vom Menschen nichts wissen wollen, empfiehlt es sich, bei der Reinigung lange Ärmel und Handschuhe zu tragen.
Bei der Reinigung werden die Kästen einfach etwas ausgefegt. Bei starkem Parasitenbefall kann man auch mit etwas Wasser putzen, aber meistens ist das nicht nötig. Keinesfalls Reinigungs- oder Desinfektionsmittel verwenden. Falls der Kasten beim Putzen nass wird, muss er anschließend gut abtrocknen können, bevor er wieder verschlossen wird.
Fledermausspaltenkästen sind oft unten offen, so dass die kleinen Kotpellets einfach herausfallen können. Sie reinigen sich selbst.
Die Reinigung muss erfolgen, wenn der Kasten gerade nicht besetzt ist, also entweder im Spätsommer oder im zeitigen Frühjahr. Hier finden Sie ein paar Tipps von NABU. Achtung: Manchmal sind unerwartete Bewohner in den Kästen, beispielsweise Siebenschläfer. Also vorsichtig öffnen und, falls besetzt ist, leise und vorsichtig wieder schließen, um den Schläfer nicht zu stören. ;-)
Wer wohnt bei Ihnen?
Kennen Sie alle, die mit Ihnen unter einem Dach wohnen? Manche der tierischen Nacharn sind recht auffällig, andere entdeckt man meist nur zufällig…
Nester von Schwalben lassen sich recht einfach entdecken. Die kunstvollen Lehmgebilde hängen frei sichtbar an der Wand. Rauchschwalben nisten oft innerhalb einer Scheune oder eines Stalles, aber auch Carports können genutzt werden. Mehlschwalben bauen ihr Nest außerhalb, aber unter einem schützenden Vorsprung. Spatzen, die vom Dach tschilpen, können auf Nistplätze unter den Ziegeln hindeuten. Ihre Nester sind von außen nicht zu erkennen, aber die Vögel sind dauernd am ein- und ausfliegen, Halme austauschen und dekorieren. Achten Sie ab März darauf, ob Vögel etwa unter die Ziegel schlüpfen. Noch versteckter nisten Mauersegler. Anders als Spatzen sammeln sie nicht in der Umgebung des Nests Nahrung, sondern fliegen weite Strecken. Es gibt Tage, da verlassen sie das Nest morgens und kommen erst abends wieder. Während Schlechtwetterperioden können sie auch über mehrere Tage unterwegs sein, ihre Küken warten solange im “Hungerschlaf”. Besonders bei kleinen Kolonien muss man recht aufmerksam sein, um die Nistplätze zu entdecken. Hilfreich können die Jungvögel des letzten Jahres sein, die noch keine eigene Brut zu versorgen haben und im Juni / Juli laut rufend in Grüppchen über den Straßen fliegen. Sie sind auf der Suche nach eigenen Nistplätzen. Dabei begutachten sie auch besetzte Nester, fliegen wiederholt an und halten sich manchmal kurz an der Einschlupföffnung fest. Sie sind gute Hinweise auf bereits - oder im nächsten Jahr! - besetzte Nistplätze.
Fledermäuse sind nachtaktiv und für uns dadurch noch viel unauffälliger. Manchmal hinterlassen sie aber leichte Verfärbungen im Holz an Einschlupföffnungen oder kleine, bröckelige Kotpellets mit glänzenden Bruchstückchen von Insektenpanzern unter Quartieren. Die eignen sich übrigens wunderbar als Blumendünger. Außerdem können sie Aufschluss darüber geben, wer hier wohnt: Wie Hauskatzen schlucken auch Fledermäuse beim Putzen immer wieder Haare. Diese Haare sind von Fledermausart zu Fledermausart unterschiedlich, so dass Fachleute über die Kotpellets die Fledermausart bestimmen können, von der sie stammen. Auch andere Spuren können darüber Auskunft geben. So futtern Langohren hauptsächlich Nachtfalter. Wenn Sie also an einer Stelle häufiger Falterflügel entdecken, kann das daran liegen, dass sich darüber der Fraßplatz eines Langohrs befindet.
Falls Arbeiten am Haus anstehen, bitte unbedingt im Vorfeld auf solche Spuren achten! Weder Nistplätze von Vögeln noch Hangplätze von Fledermäusen dürfen zerstört werden, sei es absichtlich oder aus Unkenntnis. Wer es doch tut, verstößt gegen das Bundesnaturschutzgesetz und muss mit einer Anzeige rechnen. Die unteren Naturschutzbehörden bieten Hilfe, damit die geschützten Tiere durch die Arbeiten nicht gestört werden und im Anschluss ihre Quartiere wiederfinden.
Wir wünschen viel Erfolg mit Ihren “Untermietern” und viel Freude beim Beobachten!





