Vorsicht beim Sammeln von Bärlauch - Handstrauß als Obergrenze

„Bärlauch gehört zu den beliebtesten Frühlingskräutern. Bitte schauen Sie genau hin, um Verwechslungen mit giftigen Pflanzen auszuschließen!“ - sagt Minister Peter Hauk MdL.

 

Pressemitteilung vom 17.03.2023

„Mit den jetzt steigenden Temperaturen sprießen die ersten Blätter des Bärlauchs in unseren Wäldern, oftmals riecht man ihn schon von Weitem. Für viele ist die aromatische, leicht knoblauchartig schmeckende Pflanze im Frühjahr eine beliebte Ergänzung beim Kochen und Grillen. Beim Sammeln der Wildpflanze muss man jedoch genau hinschauen, denn eine Verwechslung mit giftigen Pflanzen kann schlimme Folgen haben“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Freitag.

Beim Sammeln von Bärlauch kann es zu Verwechslungen mit anderen Pflanzen wie zum Beispiel dem Maiglöckchen kommen. Diese wachsen zur gleichen Zeit, oft in der Nähe und sehen dem Bärlauch sehr ähnlich, was die Verwechslungsgefahr erhöht. „Bärlauch kann man leicht am Geruch erkennen. Beim Zerreiben von Bärlauchblättern entsteht der typische Knoblauchgeruch. Allerdings nehmen die Hände den Knoblauchgeruch rasch an, sodass dieser Kniff nur am Anfang wirkt“, erklärte Minister Hauk.

Es droht Verwechslungsgefahr mit gleich mehreren Pflanzen:

„Jedes Bärlauchblatt sprießt an einem einzelnen Stängel aus dem Boden, meist in Gruppen dicht beieinander. Bei Maiglöckchen wachsen hingegen immer zwei Blätter an einem Stängel. Bei Herbstzeitlosen wiederum entwickeln sich den Stängel umfassende Blätter, das heißt, die Blätter liegen zunächst eng am Stängel an und öffnen sich dann“, erklärte Hauk.
Junge Blätter des Gefleckten Aronstabs sind im Anfangsstadium ebenfalls mit Bärlauch zu verwechseln. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal sind unregelmäßig geformte Blattnerven, die beim Bärlauch parallelnervig verlaufen. Erst im ausgewachsenen Zustand bilden die Blätter des Aronstabs ihre unverwechselbare Pfeilform sowie oft dunkle Flecken aus. Am Ende der Blätter ist ein Widerhaken am Stielansatz zu erkennen (Pressemitteilung vom 10.03.2022).

Maiglöckchen speichern in ihren Blättern Inhaltsstoffe, die nach dem Verzehr lebensgefährliche Vergiftungen auslösen können. Vergiftungsanzeichen sind Erbrechen, Krämpfe, akute Kreislaufbeschwerden und blutiger Durchfall. Diese Symptome treten bereits zwei bis sechs Stunden nach dem Verzehr auf. 

Auch alle Teile der Aronstab-Pflanze sind giftig und enthalten in großen Mengen Oxalat sowie flüchtige Scharfstoffe. Schon beim bloßen Berühren der Pflanze kann es zu Rötungen der Haut und Blasenbildung kommen. Nach dem Verzehr von Pflanzenteilen können sich Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle einstellen. Auch ein Anschwellen der Lippen sowie Entzündungen der Mundschleimhäute mit schmerzhaftem Brennen auf der Zunge und im Rachen können die Folge sein. Wer nach dem Verzehr von vermeintlichem Bärlauch Beschwerden hat, sollte unbedingt zügig einen Arzt aufsuchen.

Zudem sei zu bedenken, dass die Blätter des wildwachsenden Bärlauchs mit Eier des Kleinen Fuchsbandwurms behaftet sein könnten: „Diese werden erst bei Kochtemperaturen ab 60 Grad abgetötet. Deshalb bringt meist auch gründliches Waschen oder Einfrieren nichts“, erklärte Hauk. Wer auf sein Bärlauch-Pesto nicht verzichten möchte, sollte dafür keinen wild gesammelten Bärlauch verwenden.

Das Sammeln von Wildkräutern ist im Landeswaldgesetz von Baden-Württemberg geregelt. „Wer Bärlauch sammeln möchte, kann dies bis zu einem Umfang von einem Handstrauß tun“, erklärte Minister Hauk. Dies habe besonders umsichtig und pfleglich zu erfolgen. Da die Wälder lediglich zum Zwecke der Erholung betreten werden dürften, sei das Sammeln für gewerbliche Zwecke im Wald nur mit Genehmigung möglich.

 

Hintergrundinformationen:

Hier finden Sie Tipps, wie Sie die Pflanzen sicher unterscheiden können:

Weitere Informationen zum Thema Wald finden sich im Internet unter www.mlr-bw.de/Wald sowie auf www.forstbw.de.

 

Das Bild zeigt einen Wald im Frühling. Im Hintergrund sind viele Bäume zu sehen mit frischem Laub. Im Vordergrund ist ein Feldweg zu sehen, der in die Ferne führt. Daneben bedecken neben dem üppigen grün der Bärlauchblätter überall seine weißen Blüten den Boden.