Von Walderlebnis bis Agroforst: Naturparke zeigen Wirkung vor Ort

Sandra Boser MdL und Rüdiger Tonojan MdL im Austausch mit den Naturparken Baden-Württembergs

Freiamt – Wie können Naturparke den ländlichen Raum stärken, nachhaltigen Tourismus fördern und gleichzeitig Natur- und Klimaschutz voranbringen? Über diese Fragen informierten die sieben Naturparke Baden-Württembergs am Mittwoch, 14. Oktober, die Landtagsabgeordneten Sandra Boser MdL, tourismuspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag und Mitglied im Finanzausschuss sowie Rüdiger Tonojan MdL, Sprecher und Mitglied im Ausschuss für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat in der Mitgliedsgemeinde Freiamt im Naturpark Südschwarzwald. Dabei standen konkrete Projekte, künftige Vorhaben sowie die finanziellen Herausforderungen bei den Projektumsetzungen und der Finanzierung der Naturparke im Mittelpunkt.

„Die sieben Naturparke in Baden-Württemberg sind Herzstücke unserer Regionen. Sie verbinden den Schutz unserer einzigartigen Natur- und Kulturlandschaften perfekt mit einem nachhaltigen Tourismus und zeigen eindrücklich, wie moderne Regionalentwicklung und gelebte Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen.“, betonte Sandra Boser MdL.

Die Geschäftsführenden der Naturparke Baden-Württemberg nutzten die Gelegenheit, die vielfältigen Aufgaben und Leistungen der Naturparke vorzustellen. Als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung leisten die sieben Naturparke wichtige Beiträge in den Bereichen Naturschutz und Landschaftspflege, nachhaltiger Tourismus, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Regionalentwicklung und -vermarktung sowie Klimaschutz und Klimaanpassung. Dabei setzen sie modellhaft Projekte um und initiieren neue Herangehensweisen an Herausforderungen. 

Die Naturparke gaben einen Einblick in ihre vielfältige Arbeit und präsentierten beispielhaft Projekte, die Naturerlebnis, regionale Wertschöpfung und nachhaltige Entwicklung miteinander verbinden. Vorgestellt wurden unter anderem das Projekt „Naturparke Gravel-Crossing“, das Möglichkeiten für naturverträgliches Radreisen schafft, sowie die Trekking-Angebote der Naturparke, die das Erleben der Landschaft auf besondere Weise durch legale Übernachtungen im Wald unter Berücksichtigungen von Wildtierbedürfnissen ermöglichen. 

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war die Bedeutung einer verlässlichen Finanzierung. Angesichts steigender Anforderungen in den Bereichen Naturschutz, Bildung für nachhaltige Entwicklung, nachhaltiger Tourismus und Klimaanpassung seien ausreichende finanzielle Mittel eine wichtige Voraussetzung, um erfolgreiche Projekte fortzuführen und neue Impulse für die Regionen zu setzen. 

Wie Naturpark-Förderung konkret vor Ort wirkt, zeigte der Besuch am „Rollberg“. Der von der Gemeinde Freiamt umgesetzte Walderlebnis- und Waldsportpfad wurde mit Förderung des Naturparks Südschwarzwald realisiert. Über mehrere Jahre hat sich das Projekt durch das Engagement der Gemeinde, verschiedener Beteiligter und Vereine vor Ort entwickelt. Heute verbindet der Rollberg Naturerlebnis und Bewegung und schafft einen Mehrwert für Bevölkerung und Gäste. Anschließend besuchte die Gruppe Zimmermann’s Biohof. Dort wurde das noch junge Agroforstprojekt vorgestellt. Anfang des Jahres wurden auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche Bäume und Sträucher gepflanzt. Die Kombination aus landwirtschaftlicher Nutzung und Gehölzstrukturen zeigt beispielhaft, wie Naturpark, Landwirtschaft, Biodiversität und Klimaanpassung zusammenwirken. Im Austausch ging es darum, wie Agroforst dazu beitragen kann, landwirtschaftliche Betriebe widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen und gleichzeitig Biodiversität und ökologische Leistungen für die Landschaft zu fördern. Rüdiger Tonojan MdL freute sich über das Agroforst-Pilotprojekt: „Wir haben heute gesehen, dass unsere Naturparke nicht zuletzt vom Engagement der vielen Akteure vor Ort leben. Und gerade in Zeiten des Klimawandels freue ich mich sehr darüber, wenn junge Landwirt*innen wie Jochen Zimmermann nicht nur den Mut haben, einen Hof zu übernehmen, sondern dort auch neue Bewirtschaftungsmethoden ausprobieren. Dadurch tragen sie dazu bei, unsere Landwirtschaft, aber auch unsere Kulturlandschaften wie hier im Naturpark Südschwarzwald zu erhalten.“ 

Der Termin in Freiamt zeigte beispielhaft, wie vielfältig die Arbeit der Naturparke ist: Sie verbinden Naturschutz, regionale Entwicklung und nachhaltigen Tourismus und setzen gemeinsam mit Kommunen, Betrieben und weiteren Partnerinnen und Partnern konkrete Projekte vor Ort um. So entstehen lebenswerte ländliche Räume mit Mehrwert für Bevölkerung, Gäste und für die Umwelt. Damit solche Projekte auch künftig umgesetzt und weiterentwickelt werden können, braucht es eine verlässliche finanzielle Unterstützung der Naturparke und ihrer Mitglieder durch entsprechende Förder- und Finanzmittel.

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Mehr über die vielfältigen Projekte der sieben Naturparke können Sie in der aktuellen Ausgabe der #Naturpark erfahren, die Sie in allen Naturpark-Geschäftsstellen oder per Mail an info(at)naturparke-bw.debestellen können. Sie steht zudem als Download auf den jeweiligen Naturpark-Websites oder unter www.naturparke-bw.de zur Verfügung. 

Das Magazin #Naturpark wurde mit Mitteln des Landes durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg ermöglicht.  

Hintergrund

Die sieben Naturparke in Baden-Württemberg – Neckartal-Odenwald, Stromberg-Heuchelberg, Schwäbisch-Fränkischer Wald, Schwarzwald Mitte/Nord, Südschwarzwald, Obere Donau und Schönbuch – nehmen über 36 Prozent der Landesfläche ein. Als Großschutzgebiete erhalten sie die facettenreichen Kulturlandschaften im Einklang von Menschen, Tieren und Pflanzen. Sie sind Motoren für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums in Baden-Württemberg. 431 Kommunen in 37 Stadt- und Landkreisen sowie zahlreiche Vereine, Verbände und Ehrenamtliche engagieren sich in den Naturparken und wirken in deren Entscheidungsgremien und Netzwerken mit. Auf diese Weise wird mit allen Interessengruppen die Zukunft der ländlichen Regionen gestaltet. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Aufgabenfelder Naturschutz und Landschaftspflege, Erholung und nachhaltiger Tourismus, Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Regionalentwicklung sowie Klimaschutz und Klimaanpassung. Die sieben Naturparke sind seit 2005 in der AG Naturparke Baden-Württemberg zusammengeschlossen. 

Zu den gemeinsamen Aktivitäten der Naturparke Baden-Württembergs gehören Veranstaltungen wie der Brunch auf dem Bauernhof, Projekte wie die Naturpark-Kochschule und Kampagnen wie die Blühenden Naturparke. Des Weiteren zählen gemeinsame Veröffentlichungen wie das Magazin #Naturpark, eine Jahresbilanz und Pocket-Broschüren zu Freizeitthemen in den Naturparken zum Portfolio. Bestellen können Sie diese Ausgaben und alle weiteren Publikationen der AG Naturparke Baden-Württemberg per Mail an info(at)naturparke-bw.de. Sie stehen zudem als Download auf den jeweiligen Naturpark-Websites oder unter www.naturparke-bw.de zur Verfügung. Im gemeinsamen Instagram-Kanal @naturebawu können Sie die Vielfalt verfolgen. 

Die Naturparke Baden-Württembergs werden unterstützt mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg, der Lotterie Glücksspirale und der Europäischen Union. 

Mehr Informationen finden Sie unter www.naturparke-bw.de.