Die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Naturparke will sich im Zuge der neuen Förderperiode der Europäischen Union 2014 - 2020 noch intensiver bei der Stärkung der ländlichen Räume Baden-Württembergs einbringen. Zu diesem Zweck erarbeiteten die Naturparke in Abstimmung mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ein Strategiepapier. Es zeigt auf, wie die Arbeit der Naturparke in den Gemeinsamen Strategischen Rahmen 2020 (GSR) der EU eingepasst werden soll.
"Die Naturparke haben den gesetzlichen Auftrag, die Förderung eines nachhaltigen Tourismus und einer nachhaltigen Regionalentwicklung mit einer umweltgerechten Landnutzung und Naturschutzzielen zu verbinden", so der Sprecher der AG Naturparke, Landrat Dr. Achim Brötel, Vorsitzender des Naturparks Neckartal-Odenwald. "Wir brauchen die Naturparke deshalb nicht neu erfinden, können und wollen uns aber aktiv in die EU-Strategie eines innovativen, nachhaltigen und integrativen Wachstums einbringen." Dies solle erreicht werden durch die Definition von Querschnittsaufgaben für alle Naturparke, um ihre Kompetenzen als Moderatoren und Vernetzer sowie als Modellregionen einer nachhaltigen regionalen Entwicklung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zu nutzen.
Diese Querschnittsaufgaben werden auf alle Projekte der Naturparke in den inhaltlichen Schwerpunktsbereichen Erholung und Umweltbildung, Natur- und Kulturerbe, regional verankerte Wirtschaft sowie Klimaschutz und Energiewende angewendet. So sollen in den Naturparken unter anderem außerschulische Umweltbildungsangebote zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 ausgebaut, barrierefreie Naturerlebnisangebote geschaffen, Naturparkpartner in Wirtschaft und Tourismus akquiriert oder hochwertige Naturerlebnisangebote für das Themenjahr 2016 "Natururlaub" der Deutschen Zentrale für Tourismus entwickelt werden.
Wichtig ist es aus Sicht der Naturparke, dass ausreichend Ressourcen für die Naturparkförderung zur Entwicklung der ländlichen Räume zur Verfügung stehen, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. "Für die Sicherung der dringenden Aufgaben, wie Schutz von Biodiversität, Klima, Gewässer und Boden oder den Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten, brauchen die Naturparke zukunftsfähig aufgestellte Geschäftsstellen, die Anerkennung ehrenamtlichen Engagements und die Einbindung privater Mittel", waren sich die Vorsitzenden der Naturparke einig.
"Wir verstehen das Strategiepapier als Statement der Naturparke gegenüber unseren Geldgebern von Land und EU für die Weiterentwicklung der Naturparkförderung", betont AG-Sprecher Dr. Achim Brötel. Die Naturparke wollten nicht nur abwarten und nach Geld rufen, sondern sich aktiv in die Entwicklung der baden-württembergischen Programme im Rahmen der europäischen Strukturfonds 2020 einbringen. "Mit der Erarbeitung unseres Strategiepapiers zur neuen EU-Förderperiode nehmen wir bundesweit eine Vorreiterrolle unter den Naturparken ein. Das Strategiepapier macht deutlich: Die in die Naturparkförderung fließenden Gelder sind gut angelegt, sowohl im Sinne des Landes als auch im Sinne der EU-Ziele", so Brötel.
2,3 Millionen Menschen wohnen in einem der sieben Naturparke unseres Landes. Deutlich mehr Menschen nutzen das umfassende Spektrum an Freizeit- und Bildungsangeboten der Naturparke. "Die Auszeichnung als "Waldgebiet des Jahres 2014" werden wir nutzen, um das Zusammenspiel zwischen Naturschutz, Waldbewirtschaftung und Erholung im Schönbuch mit neuen Impulsen zu versehen und in der Öffentlichkeit zu verankern.", kündigt der Vorsitzende des Naturparks Schönbuch, Martin Strittmatter die Marschrichtung für das Jahr 2014 an.



