Räuber und Beutebeziehungen unter Tieren sind ein wichtiger Bestandteil aller Ökosysteme. In einem intaktem Ökosystem dient die Prädation oder Parasitierung dem Gleichgewicht der verschiedenen Populationen. Die Ökologin und der Ökologe freuen sich über den Anblick räuberischer, parasitärer oder parasitoider Organismen. Denn ein hohes Vorkommen dieser Lebewesen bedeutet immer auch ein stabiles Vorkommen ihrer Zielorganismen. Der Landwirtin oder dem Gärtner bereitet ein breites Vorkommen an verschiedenen Insekten Freude. Viele Insekten parasitieren andere Insekten; so dienen sie dem Menschen als natürliche Schädlingsbekämpfer.
Was sind Parasiten und Parasitoide?
Parasitismus bezeichnet eine Lebensweise, bei der ein Organismus einem anderen Organismus Ressourcen entzieht; der Wirt wird dabei geschädigt, verliert allerdings in der Regel nicht sein Leben. Eine parasitäre Lebensweise gibt es bei Tieren, wie zum Beispiel Bandwürmern, aber auch bei Pflanzen oder Pilzen. Im Gegensatz zum Parasiten ist ein Parasitoid ein Organismus, der den Wirt zur Vollendung seines Lebenszyklus tötet. Diese Lebensweise kommt ausschließlich bei Insekten vor.
Drei Beispiele aus dem Insektenreich
Pompilidae (Wegwespen) ist eine Familie der Wespen, die Spinnen für ihren Nachwuchs nutzt. Einige Arten der Familie sind in der Lage Spinnen zu betäuben, um ihre Eier auf ihnen abzulegen. Die geschlüpfte Larve ernährt sich anschließend von der noch lebenden Spinne, bis diese stirbt.
Auf ähnliche Art und Weise geht die Kohlweißlings-Schlupfwespe (Cotesia glomerata) vor. Wie der Name bereits andeutet, ist ihr Lieblingszielorganismus der Kohlweißling. Das macht sie besonders beliebt bei Gemüsebauern. Das Weibchen legt bis zu 50 Eier in die Raupen des Schmetterlings. Die Larven ernähren sich vom Fett und Gewebe der Raupe, bis diese schlussendlich abstirbt.
Ein Beispiel für den sogenannten Brutparasitismus sind die Blutbienen (Sphecodes). Sie legen ihre Eier in die vorbereiteten Nester der Wirtsbienen, hier haben sie alle Ressourcen, um gut zu wachsen. Um an die Nester zu gelangen, töten die Weibchen der Blutbienen oft die Wirtsbiene sowie deren bereits abgelegte Eier.
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