Die Industrialisierung im letzten Jahrhundert hat zu massiven Säureeinträgen in den Waldboden geführt. Dadurch wurden Nährstoffe für Bäume und Pflanzen ausgewaschen und es entstand ein für viele Bodenlebewesen saures Milieu. Schon Ende der 80er Jahren hat man daher Rauchgase aus Fabriken mittels moderner Anlagen gefiltert. Trotzdem halten die Auswirkungen der damaligen Säureeinträge bis heute an.
Mit unserem Kalkungskonzept soll ein natürlicher Bodenzustand, als Grundlage für einen Wald mit hoher Biodiversität und guten Voraussetzungen für den bevorstehenden Klimawandel erreicht werden. Mit der Ausbringung von Kalk wird die Versauerung der Waldböden abgemildert und die natürlichen Regenerationsprozesse der Böden unterstützt. Eine gute Basis für klimastabile Wälder, die viele wichtige Funktionen haben- beispielsweise als Wasserfilter und Erholungsraum.
Ab 5. September findet im Staatswald auf Teilflächen der Reviere Bebenhausen und Einsiedel eine Bodenschutzkalkung statt. Die zu kalkenden Waldgebiete befinden sich auf den Gemarkungen Bebenhausen und Dettenhausen. Für die Materialausbringung kommt ein Helikopter zum Einsatz. GPS-gestützte digitale Karten zeigen dem Piloten im Helikopter exakt, welche Bereiche eines Waldgebiets zu kalken sind und welche ausgespart werden müssen. Mit dem LKW wird das Material zum Umschlagplatz gefahren. Von dort aus nimmt der Hubschrauber den Kalk auf.
Der ausgebrachte gemahlene Naturkalk ist für die Waldbesucher ungefährlich. Wegen möglicher Aufnahme von kleineren Steinen beim Laden des Kalks, kommt es aber aus Sicherheitsgründen in direkter Nähe zum Helikopter zu Wegsperrungen. Insbesondere der Bereich zwischen Kleinem Goldersbachtal und westlich des Böblinger Sträßle sowie der Walddistrikt Schwarzer Hau zwischen B464 und Schaichtal werden tageweise gesperrt sein. Eine Umleitung für Pendler:innen und Waldbesucher:innen ist vor Ort ausgeschildert.
Je nach Wetterlage und Arbeitsfortschritt wird die Ausbringung rund eine Woche in Anspruch nehmen.
Hintergrundinformation
Bodenschutzkalkung im Forstbezirk Schönbuch
Für die Planung der Bodenschutzkalkung wurden zahlreiche in einem Geoinformationssystem erfasste Informationen über den Bodenzustand durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg herangezogen und durch Bodenproben im Staatswald ergänzt. Auf diesen Grundlagen wurden Karten erstellt, die als Planungsgrundlage dienen. Darin sind Kalkungsflächen, kalkungsempfindliche Ausschlussbereiche, die geeignete Materialmischung und eine Empfehlung zur Art der Ausbringung dargestellt. Auf Grundlage dieser Karten erfolgt eine Abstimmung mit der Naturschutz- und Wasserbehörde. Die Kalkungsmaßnahmen werden anschließend ausgeschrieben und die Durchführung der Maßnahme vor Ort von den Forstleuten überwacht.



