Wie jedes Jahr wurde auch in diesem Herbst eine Landschaftspflegeaktion vom Förderverein Naturpark Schönbuch organisiert. Dieses Jahr nahm man sich der historischen Lindenallee im Revier Tübingen-Pfrondorf an. Diese war bereits im Jahr 2000 Gegenstand einer Landschaftspflegeaktion gewesen. Damals hatten Mitglieder des Fördervereins Naturpark Schönbuch sich zum Ziel gesetzt, die Lücken in der Allee, die durch die Schäden des Orkans Lothar an Weihnachten 1999 entstanden waren, wieder durch ca. drei Meter hohe Linden zu schließen. Diese Bäume haben sich mittlerweile gut entwickelt, doch über die Jahre ging durch die natürliche Wiederbewaldung der Allencharakter dieser Allee wieder verloren. Dies ist vor dem geschichtlichen Hintergrund, den die Lindenallee besitzt, besonders schade. Die Allee mit über 200 Jahre alten Linden ist eine historische Verkehrsverbindung zwischen dem früheren Jagdschloss Einsiedel und dem Schloss Solitude. Die Lindenallee wurde neben sechs weiteren Alleen Mitte des 18 Jahrhunderts angepflanzt. Diese laufen noch heute sternförmig auf Einsiedel zu. Die Bebenhäuser Allee, wie die Lindenallee auch genannt wird, führte vor allem Reiter auf die Straße nach Stuttgart und war bis 1867 die wichtigste Verkehrsverbindung dorthin. Für die Öffentlichkeit war sie lange unzugänglich und ihr unrechtmäßiges Befahren sogar unter Strafe gestellt. Heute ist sie ein beliebter Weg für Spaziergänger und Jogger und sollte nun bei der Landschaftspflegeaktion ihren Alleencharakter wieder erhalten. Ziel war es, die Fläche zwischen den Linden so zu bearbeiten, dass die Pflege der Allee künftig maschinell erfolgen kann. Dafür fanden sich nun am Morgen des 13. November über 60 freiwillige Helfer am Parkplatz Rotes Tor ein. Neben dem Revierleiter und seinen Forstwirten waren es größtenteils Mitglieder des Fördervereins Naturpark Schönbuch e.V., die sich zum Teil mit ihren Kindern an der Aktion beteiligten. Sie wurden an diesem etwas windigen, doch trockenen Vormittag von Graf von Bülow von der unteren Forstbehörde und vom Fördervereinsvorsitzenden Michael Lutz begrüßt.
Danach wurden die Helfer durch den Revierleiter Ulrich Maurer in den Arbeitseinsatz eingewiesen und in fünf Gruppen aufgeteilt. Diese machten sich nun mit großen Astscheren, Heppen und Bügelsägen ans Werk, den etwa 1,5 km langen Abschnitt der Lindenallee von Gestrüpp und Stockausschlägen zu befreien. Nach etwa vier Stunden Arbeit hatte man das sich gesteckte Ziel erreicht und man ging zum gemütlichen Teil der Landschaftspflegeaktion über. An der Jägersitzhütte auf der Pfrondorfer Ebene wartete bereits ein Lagerfeuer auf die fleißigen Helfer. Bei Schönbuch Bier, das freundlicherweise von der Firma Schönbuch Bräu gespendet wurde, und einem leckeren Rindfleischeintopf des Hotels Rössle in Waldenbuch erholten sich die Teilnehmer von der getanen Arbeit.
Zum Gelingen dieser Aktion haben besonders die engagierten Mitglieder des Fördervereins beigetragen. Ihnen soll ganz herzlich gedankt werden. Weiter sei der Unteren Forstbehörde des Landkreises Tübingen gedankt, die an diesem Tag eine weitere Landschaftspflegeaktion des schwäbischen Albvereins (beim Becklesgarten) im Schönbuch betreuten, Michael Lutz, Ulrich Maurer und seinen Leuten für die hervorragende Organisation und Mithilfe. Vielen Dank auch an die Familie Seeger vom Hotel Rössle, die uns einmal mehr mit leckerem Essen versorgt haben, dem Schönbuch Bräu für die Bierspende und der Presse für ihre Unterstützung.
Von Eva Selg
















