Landschaftspflegeaktion 2008

Förderverein Naturpark sorgt für freie Sicht auf Bebenhausen

Nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen wollte sich der erst kürzlich für sein Engagement auf dem Gebiet der Kleindenkmalpflege ausgezeichnete Förderverein Naturpark Schönbuch. Dieses Mal machte man sich an einem der Naturpark-Schatzkästchen, dem Goldersbachtal zu schaffen.
Faunistische Seltenheiten wie der Eisvogel finden hier ihren Lebensraum. Die kleinen Wiesen entlang der Bäche drohen aber durch die fortschreitende Sukzession zu verbuschen. Dadurch gehen wertvolle Lebensräume für eine vielfältige Flora und Fauna verloren. Früher wurden das Goldersbach- und Arenbachtal noch regelmäßig beweidet oder gemäht.

Am Samstag rückten rund 70 Vereinsmitglieder, tatkräftig unterstützt von Forstwirtauszubildenden des Landkreises Tübingen, der störenden Vegetation zu Leibe. Bewaffnet mit Motorsägen, großen Astscheren und Heppen wurden am Ende mehr als 200 Einsatzstunden für den guten Zweck geleistet, bilanzierte der Vereinsvorsitzende und Waldenbucher Bürgermeister Michael Lutz.
Sichtlich zufrieden zeigte er sich über den gelungenen Einsatz, bei dem auch schöne Aussichtspunkte rund um Bebenhausen gepflegt wurden.
Der Verein weiß die Hilfe seiner Mitglieder und der einsatzleitenden Förster zu schätzen. So gab es für die guten Geister am Ende nicht nur einen warmen Händedruck sondern auch ein erstklassiges Essen am Lagerfeuer auf einer Waldlichtung bei der Lenihütte.

 

Hintergrundinformationen zu den Pflegeorten

Mit seinen zahlreichen Zuflüssen entwässert der Goldersbach den südlichen Schönbuch, er gehört zu den wenigen noch intakten Bachsystemen im mittleren Neckarraum. Das Goldersbachtal teilt sich an der Teufelsbrücke in das Große und das Kleine Goldersbachtal und ist mit seinen Talauen sicherlich eines der schönsten Schönbuchtäler. Untersuchungen zeigten, dass das Goldersbachtal mit rund 390 Pflanzen und über 90 Moosarten auch ein floristisches Schatzkästchen ist.

Für die wertvollen Talwiesen im Goldersbachtal und im Arenbachtal besteht ein Pflegeplan den es umzusetzen gilt. Große Flächen werden in der Regel mit Maschinen gepflegt. Kleine Wiesen entlang der Bäche drohen durch die fortschreitende Sukzession zu verbuschen, so dass die wertvollen Hochstaudenfluren verloren gehen. Der Pflegeeinsatz soll zum Erhalt einer wertvollen Pflanzengesellschaft beitragen. Außerdem dient er der Erhaltung des typischen Landschaftsbildes. Um Bebenhausen wurden Aussichtspunkte, Sichtschneisen und Gehölze gepflegt. Auch hier schreitet die Sukzession immer weiter fort, so dass die Rodungsinsel um Bebenhausen ohne Zutun des Menschen immer kleiner werden würde.