Kleinstrukturen – ein unterschätzter Lebensraum

Blühende Naturparke in Baden-Württemberg informieren

Insekten wie Wildbienen und andere Bestäuber, benötigen ausreichend Nahrung, um ihren Aufgaben im Ökosystem nachkommen zu können. Mehrjährige, bunte Wildblumenwiesen sind dabei ideal, um ein ausgewogenes Angebot an die kleinen Tiere stellen zu können. Ein reich gedecktes Buffet reicht allerdings nicht aus, um Insekten und andere Tiere effizient zu unterstützen. Denn sie brauchen auch die Möglichkeit Schutz zu finden, bei Regen oder im Winter, und natürlich geeignete Nistmöglichkeiten. Viele solcher Kleinstrukturen lassen sich durch uns Menschen mit einfachen Mitteln gestalten.

Lesesteinhaufen oder Trockenmauer: Solch ein Eidechsenparadies braucht nicht mehr als ein paar lose zusammengestapelte Steine; am besten Größere und Kleinere gemischt. Auch eine richtig angelegte Trockenmauer bietet einen guten Lebensraum für verschiedene Tiere. Auf den Steinen lässt sich die Sonne genießen und in den Ritzen gibt es genügend Schutz. So nisten zum Beispiel einige Arten der Mauerbienen bevorzugt in den Öffnungen von Trockenmauern.

Bodenoffenstellen: Etwa 60% der Wildbienen in Deutschland nisten im Boden. Ihre Ansprüche an das Substrat sind dabei sehr unterschiedlich. Am einfachsten und effektivsten kann man diese Wildbienen durch die Offenhaltung des Bodens oder natürlicher Abbruchkanten unterstützen. Auch die Aufschüttung von natürlich vorkommendem Substrat kann sinnvoll sein. Bei der Neuanlage sogenannter Sandarien sollte ungewaschener, lehmhaltiger Sand genutzt werden.

Streuschicht: Was im Herbst und Winter liegenbleiben darf, bietet in der Zukunft wertvolles Material für den Humusaufbau sowie Lebensraum für etliche Tierarten und bedarf keinerlei Anstrengung in der Herstellung. Zwischen dem Laub und Geäst finden sich Käfer, Spinnen und Ameisen. Aber auch Kleintiere wie Igel, Blindschleiche und Erdkröte fühlen sich hier wohl.

Totholz: Liegend oder stehend ist Totholz ein wichtiger Bestandteil in vielen Ökosystemen. Etwa 1700 Käferarten in Mitteleuropa sind auf die Rinde oder das Holz toter Bäume angewiesen. Um ein geeignetes Habitat für verschiedene Käfer anzubieten, sollte Totholz in verschiedenen Zersetzungsphasen sowie ausreichend Sonnenlicht vorhanden sein.

Mehr Infos zum Projekt Blühender Naturpark finden Sie auf unseren Projektseiten sowie unter www.bluehende-naturparke.de

 

Dieses Projekt wurde im Rahmen des Sonderprogramms des Landes zur Stärkung der biologischen Vielfalt mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert.

länglicher Steinhaufen in einer Wiese
Wildstauden mit offenem Boden dazwischen
Ein Blick auf kleine Zweige und welke Blätter am Boden
ein umgestürzter Baum auf einer Streuobstwiese