Insekten, wie Wildbienen, Schwebfliegen und Käfer übernehmen vielfältige Aufgaben in der Natur wie zum Beispiel die Bestäubung vieler Pflanzen. Insekten spielen darüber hinaus eine große Rolle im Nahrungsnetz. Viele Tierarten essen bevorzugt oder ausschließlich Insekten, so auch die 25 in Deutschland heimischen Fledermausarten.
Die Beziehung zwischen Fledermäusen und Insekten ist eine Besondere. Einige Fledermausarten essen zum Beispiel ausordentlich viele Mücken. Bis zu 3.000 Zuckmücken vertilgt eine Wasserfledermaus (Myotis daubentinii) pro Nacht. Sie jagt über der Wasseroberfläche von Seen und anderen Gewässern.
Das Große Mausohr (Myotis myotis) bevorzugt dagegen Käfer und Spinnen und verbringt ihre Zeit vorwiegend knapp über dem Waldboden. Mit ihrem großen Appetit tragen die Fledermäuse so auch zur Regulation von verschiedenen Insektenpopulationen bei, nicht nur der für den Menschen unliebsamen Mücken, sondern auch möglicher Schadinsekten. Fledermäuse sind somit ein wichtiger „Dienstleister“ im Ökosystem.
Doch Insekten sind ihren beflügelten Jägern nicht nur schutzlos ausgeliefert. Einige von ihnen haben in ihrer Evolution Strategien entwickelt, um den spitzen Zähnen der Fledermäuse zu entgehen.
Besonders interessant sind die Fähigkeiten verschiedener Nachtfalterarten. Im Laufe ihrer Entwicklung wanderten die Falter vom Tag in die Nacht. Gegenüber ihren neuen Fressfeinden in der Nacht, den Fledermäusen, brauchten sie vielfältige und clevere Antworten:
- Verwirrung: Der Nachtfalter sendet selbst Ultraschallwellen aus. Die angreifende Fledermaus kann den Falter nicht mehr gut genug wahrnehmen.
- Warnung: Die ausgesandten Ultraschallwellen des Falters sind ein Signal an die Fledermaus: Achtung, ich bin giftig!
- Absorption: Der Körper des Nachtfalters „verschluckt“ das Signal der Fledermaus, anstatt es zurückzusenden. Die Fledermaus kann den Falter nicht mehr „sehen“.
- Mimikry: Der Falter imitiert die Signale anderer, giftiger Falterarten, obwohl er selbst genießbar ist. Die Fledermaus lässt sich so geschickt täuschen.
Hier finden Sie weitere Informationen dazu: Nachtfalter; Glühwürmchen; AG Fledermaus BW. Text: Mirjam Schoebe
Möchten Sie den Schmetterlingen und den Fledermäusen unter die Flügel greifen? Mit heimischen Pflanzen im Garten ist beiden geholfen - den Faltern, die wieder Futter für ihre Raupen finden, und den Fledermäusen, die sich über den Nachtfaltersnack freuen. Hier haben wir Tipps gesammelt, wie Sie den nächtlichen Flattermännern auch Unterschlupf bieten können.
Mehr Infos zum Projekt Blühende Naturparke finden Sie unter www.bluehende-naturparke.de oder auf unseren Projektseiten.





