Mit steigenden Temperaturen im Sommer schwitzt nicht nur Mensch und Tier; auch unsere Pflanzenwelt steht vor physiologischen Herausforderungen. Ausreichend Sonnenlicht ist wichtig für die Photosynthese und somit den gesamten Stoffwechsel der Pflanze. Durch eine ausreichende Wasserversorgung und warme Temperaturen wird die Photosyntheseaktivität zusätzlich gesteigert. Allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt. Bei zu starker Lichteinstrahlung kommt es zu einer Schädigung wichtiger Enzyme im Prozess und anschließend zur Photoinhibition; das bedeutet eine Stagnation oder auch einen Abfall der Photosyntheseleistung. Dürre und Hitze verstärken diesen Effekt. Ist die Schädigung zu groß, kann sich die Pflanze nicht mehr selbst reparieren und stirbt schlussendlich ab.
Den Rasen also gießen?
Die meisten kennen den Anblick der graubraunen Flächen im Hochsommer: im innerstädtischen Grün wird in Trockenzeiten oft an Wasser gespart. Obwohl sich der kurze Rasen nach ein paar Regengüssen meist wieder schnell erholt, kann eine regelmäßige Bewässerung durchaus sinnvoll sein. Was zunächst einmal kontrovers erscheint, hat allerdings verschiedene Vorteile. Das lebendige Gras verdunstet Wasser. Dadurch entsteht ein Kühlungseffekt, der sich positiv auf das Stadtklima auswirkt. Das restliche Wasser gelangt in den Boden und hält diesen feucht. Ein feuchter Boden kann nachfolgendes Wasser besser auffangen. Starkregenereignisse können somit in ihrer negativen Wirkung etwas abgeflacht werden.
Wildblumen als Alternative
Viel hitzebeständiger auch ohne Gießen, und somit resilienter als der Kurzrasen, sind natürliche Lebensräume wie Wildblumenwiesen. Auch hier trocknen in Dürrephasen viele Pflanzen ab, allerdings sind viele Stauden und Kräuter, vor allem Arten der Trocken- und Magerrasen, speziell an die Verhältnisse im Hochsommer angepasst. So verdunsten sie beispielsweise weniger Wasser und überleben so längere Trockenphasen besser als der Monokultur-Kurzrasen. Stehende Gräser und Kräuter, auch die vertrockneten, spenden weiterhin Schatten für die lebenden Pflanzen, die Blattrosetten und den Boden. Die Feuchtigkeit hält sich dadurch länger und die Pflanzen können sich im Anschluss gut erholen. Zudem sorgt die Artenverteilung mit unterschiedlicher Wurzelausgestaltung für eine viel tiefere Durchwurzelung und damit eine verbesserte Wasserverteilung und Wasserhaltekapazität im Boden.
Hier geht es zum Projekt “Blühender Naturpark Schönbuch”. Weitere Infos zum Projekt in allen Naturparken Baden-Württembergs finden Sie hier.




