Eingeschleppte Krankheiten machen vielen Arten das Leben schwer. Die Krebspest (Aphanomyces astaci) hat die heimischen Flusskrebsarten vielerorst aussterben lassen, das Eschentriebsterben (Hymenoscyphus fraxineus) lichtet die Eschenbestände massiv aus, weltweit breitet sich ein Chytridpilz aus (Batrachochytrium dendrobatidis), der bereits etliche Froschlurcharten ausgerottet hat.
Ein verwandter Pilz wütet derzeit in verschiedenen europäischen Ländern. Diese „Salamanderpest“, kurz Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans), ist eine Pilz-Infektionskrankheit bei Schwanzlurchen, ursprünglich festgestellt beim Feuersalamander (Salamandra salamandra).
Der sogenannte „Salamanderfresser-Pilz“ befällt die Haut der Tiere, die hierdurch in ihren zahlreichen Funktionen (Wasserhaushalt, Thermoregulation, Abwehr von weiteren Krankheitserregern) stark beeinträchtigt wird. Befallene Feuersalamander sterben meist innerhalb von 14 Tagen. Insbesondere beim Feuersalamander, der besonders empfindlich auf die Hautschädigungen durch den Erreger reagiert, konnten an mehreren Standorten lokale Massensterben beobachtet werden.
Der Pilz Bsal bildet sehr beständige Dauersporen, die lange Zeit ohne Wirt überleben können. Ein Verschleppen des Erregers durch anhaftende Walderde, z. B. an Forstgeräten, PKW und den Schuhsohlen von Waldarbeitenden, Wandernden und Spaziergehenden, erscheint wahrscheinlich. Daher können insbesondere Feldherpetologen, Forstpersonal und Naturschützerinnen und Naturschützer, die sich gezielt in den Lebensräumen aufhalten, den Pilz unbeabsichtigt weiterverbreiten.
Die Desinfektion von Geräten, Schuhen und Fahrzeugen nach jedem Geländeeinsatz kann dazu beitragen, die weitere Ausbreitung des Erregers zu minimieren.
Aus Baden-Württemberg gibt es aktuell zwar noch keine bestätigten Nachweise. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Gefahr auch hierzulande den Artenschutz vor große Herausforderungen stellen wird.
Bitte suchen Sie nicht gezielt nach Salamandern. Gerade wenn man von einer Salamanderpopulation zur nächsten läuft, kann man die Sporen unwissentlich verbreiten. Sollten Sie auf Ihren Ausflügen im Schönbuch aber zufällig auf tote Salamander stoßen (die nicht dem Strapenverkehr zum Opfer gefallen sind ;-) ), melden Sie dies bitte, am besten mit Foto.
Meldungen verdächtiger Totfunde können über die im Flyer angegebenen Kontaktdaten, die örtlich zuständige Naturschutzbehörde oder hierüber erfolgen: arten-melden@lubw.bwl.de oder www.feuersalamander-bw.de
Hier finden Sie einen Flyer um Thema
P.S.: Über die Meldung lebendiger Feuersalamander freuen wir uns natürlich mehr. Sollte Ihnen ein lebender Salamander über den Weg laufen, genießen Sie den Anblick und machen Sie ein Bild! Melden können Sie Ihren Fund bei der LUBW.



