Die Natternzunge – ein kleiner unauffälliger Farn

War die Natternzunge früher weit verbreitet, sind ihre Bestände mittlerweile stark geschrumpft. Im Naturpark Schönbuch gibt es noch einige kleine Vorkommen.

Eines davon befindet sich nahe der Kälberstelle. Der Farn mit dem botanischen Namen Ophioglossum vulgatum gilt als Art mit "besonderer naturschutzfachlicher Bedeutung“ und ist Teil des 111-Artenkorbs Baden-Württemberg. In dem Korb sind Arten zusammengefasst, die besonders auf Hilfe angewiesen sind; für viele trägt Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung. Da es die Natternzunge feucht und sonnig mag, bestand die Gefahr, dass die natürliche Sukzession eines der letzten Vorkommen im Naturpark Schönbuch zunichte machen könnte. Seit 2022 hat der Naturpark Schönbuch die Pflegschaft für die Natternzunge auf dieser Fläche übernommen. Nach der Erstpflege im Februar 2022 konnten wir ein Jahr später noch die Erfolge unserer Arbeit sehen. Die entscheidende Fläche war erfreulich offen. Aber es war auch noch deutlich zu erkennen, was letztes Jahr einfach nicht zu schaffen gewesen war. Also rückten 13 Freiwillige am 17. Februar 2023 den Feldahornen, Brombeeren und weiteren aufkommenden Gehölzen zu Leibe. Um die Fläche dauerhaft offen zu halten, bleibt nur das Ausgraben der Gehölze mit dem ganzen Wurzelballen. Eine anstrengende, aber befriedigende Arbeit und die Gruppe ist sehr gut vorangekommen. Wenn die Natternzunge im April anfängt zu sprießen, wird es ihr nicht an Licht mangeln.

Ziel der Patenschaft ist es, die Fläche dauerhaft von Gehölzen zu befreien, damit einmal jährlich gemäht werden kann und sich damit der Pflegeaufwand auf ein Minimum reduziert. Wir sind dem Ziel ein gutes Stück nähergekommen, werden aber wohl noch einmal zu Pickel, Spaten und Grabschaufel greifen müssen.

Nach der Schufterei ließen es sich alle Helfer bei belegten Broten und Apfelschorle schmecken. Der Naturpark Schönbuch bedankt sich ganz herzlich bei allen, die mitgemacht haben und die körperliche Anstrengung nicht gescheut haben. Ein besonderer Dank geht an Prof. Müller, der mit Beharrlichkeit und fundiertem Fachwissen auf die floralen und faunistischen Schätze im Schönbuch aufmerksam macht und sich für deren Fortbestand einsetzt.

Foto einer Person von vorne, die nach unten schaut und  auf einer bräunlichen Wiesenfläche mit dem Spaten ein Loch gräbt.
Foto von einer Person von vorne, die mit einem Spaten einen kleinen, unbelaubten Strauch ausgräbt. Die Person steht mit einem Bein auf dem Spaten und blickt nach unten.
Foto von mehreren Personen, die auf einer Wiesenfläche stehen. Im Hintergrund steht unbelaubter Wald mit ein paar grünen Nadelbäumen dazwischen. Fast alle der sechs Personen sind von hinten zu sehen, rechts hat jemand einen Spaten in der Hand, links jemand eine Heckenschere. Alle haben Handschuhe an.
Foto einer Person, die viel Strauchschnitt mit beiden Händen von links nach rechts lachend durchs Bild trägt.
Foto einer Person, die auf dem Boden kniet und in der rechten Hand eine große Heckenschere hält. Die Wiese drum herum ist dem Winter entsprechend braun.
Foto von einer Person, die mit einem Spaten in der Hand vergnügt in die Kamera lacht. Im Hintergrund ist unbelaubtes Gestrüpp zu sehen.
Auf dem Foto sind zwei Personen abgebildet, die gemeinsam über einem Loch im Boden stehen und einen Wurzelstock herausziehen.
Foto von vier Personen, darunter ein Kind, die geschäftig über eine Wiese laufen. Die Person rechts im Bild hat einen Spaten in der Hand und schaut auf den Boden. In der Bildmitte steht ein kleiner Strauch ohne Laub.
Foto einer Person mit Handschuhen und Arbeitskleidung, die vor einem ausgegrabenen Strauch steht.