Nicht alle Besucher fanden am 20. Oktober 2013 im Sommerrefektorium des Klosters Bebenhausen einen Platz, als Hans Haug gemeinsam mit dem ehemaligen SWR-Moderator Wolfgang Bödiger seine Bebenhäuser Ortschronik "Im Schatten des Klosters - Das Dorf Bebenhausen" vorstellte. Die Begrüßung übernahmen Titus Häussermann vom Silberburg-Verlag, in dem das ansprechende Buch erschien, und Prof. Dr. Dr.h.c. Barbara Scholkmann, ehemalige Ortsvorsteherin von Bebenhausen. Während Haug sein Buch kommentierend vorstellte, las Wolfgang Bödiger an den passenden Stellen unterhaltsame Buchpassagen vor. "Die Chronik ist für alle Bebenhäuser ein Geschenk - auch wenn sie verkauft wird", so der Verleger des Buchs Titus Häussermann - und verkauft wurden an diesem Abend bereits 200 Exemplare. Musikalisch umrahmt wurde die Buchpräsentation von der "Forstlichen Jagdhornbläsergruppe Murgtal 1952", der ältesten forstlichen Jagdhornbläsergruppe unseres Landes.
In dieser gründlich recherchierten Ortschronik wird deutlich, dass Bebenhausen als eine Besonderheit ("Ausnahmeerscheinung") unter den württembergischen Dörfern angesehen werden kann. Die enge Verbindung des Dorfs zum württembergischen Königshaus prägte die Gemeinde Bebenhausen als "Residenzdorf". Königliche Hoheiten nahmen am Gemeindeleben teil. Auch der Jagdbetrieb und das Forstwesen kennzeichnen die Sonderstellung des Dorfs. Diesem Aspekt ist ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem Haug das Verhältnis der Bebenhäuser zu den obrigkeitlichen Forstbeamten als ausgesprochen friedlich schildert, wodurch sich Bebenhausen von anderen Schönbuchgemeinden unterscheidet. Besondere Beachtung schenkt der Autor auch dem Schulwesen. Die einklassige Dorfschule, deren berühmtester Schüler der Philosoph Friedrich Wilhelm Schelling war, bestand nachweisbar ab 1678, 1970 wurde sie aufgelöst. Wichtig für die Entwicklung des Dorfs war schließlich auch die Tatsache, dass seine Bewohner schon relativ früh ihre Verantwortung für die Erhaltung der mittelalterlichen Klosteranlage und des gesamten Ortsbilds erkannten. Das respektable Werk, das reich bebildert ist, wird abgerundet durch eine Beschreibung der wichtigsten Gebäude in der Gemeinde und ein lexikalisches Verzeichnis namhafter Personen, die im Dorf lebten oder zeitweise sich hier aufhielten. Insgesamt eine höchst lesenswerte Chronik für jeden, der sich für die Geschichte unseres Landes interessiert oder eine besondere Beziehung zu Bebenhausen, der "Perle des Schönbuchs", hat.




