Der Fotograf Oliver Meckes und die Biologin Nicola Ottawa haben alltägliche Insekten, wie Marienkäfer und Stechmücken unter dem Elektronenmikroskop 1400-fach vergrößert und faszinierende Fotos davon gemacht. Informative Begleittexte zu den Bildern wurden auf Deutsch und Englisch verfasst. Nun zeigen der Naturpark Schönbuch und die Gemeinde Dettenhausen die faszinierende Ausstellung im Schönbuchmuseum in Dettenhausen.
Vergrößert wirken Insekten so ganz anders, als wir sie in unserem Alltag erleben. Wir kennen sie als kleine, manchmal bunte, summende und oft auch lästige Tierchen, die, weil die meisten so klein sind, kaum beachtet werden. Ein ganz anderer Eindruck entsteht jedoch, wenn sich ihre Gestalt in einer Größe präsentiert, die für unsere Augen sichtbar wird. Die stark vergrößerten Aufnahmen mittels Elektronenmikroskop geben den Betrachtenden einen faszinierenden Eindruck von den kleinen Krabbeltieren. In 20 Bildpaaren beschreibt die Ausstellung die Verwandlung – Metamorphose – der Larve zur fertig entwickelten Imago, also zum erwachsenen Tier. Die meisterhaften und ultrascharfen Aufnahmen zeigen jedes noch so kleine Detail: Härchen, Schuppen, Häutchen, und man ist sich nicht sicher, will man dem abgebildeten Tier ins plüschige Fellchen knuddeln oder lieber schleunigst den Rückzug antreten.
„Wir Menschen stehen der Insektenwelt in der Regel sehr zwiespältig gegenüber“ sagte die Vorsitzende des Naturparks Schönbuch, Frau Dr. Anja Peck, bei der Eröffnung der Ausstellung. „Einerseits sind Insekten u.a. für die Bestäubung der Pflanzen ein unverzichtbarer Teil unserer Welt und absolut lebensnotwendig. Sie erfreuen uns auch durch ihre Schönheit. Wenn sie allerdings ganze Wälder zerstören, die Ernte vernichten und Krankheiten übertragen ist die Sorge groß. Die Aufnahmen wecken in uns eine ganze Bandbreite von Gefühlen, die diese Ambivalenz zum Ausdruck bringen: Bewunderung, Freude, manchmal auch Unbehagen auf jeden Fall aber Faszination.“
Begleitend zu den Bildpaaren werden die Insekten in kurzen und sehr unterhaltsamen Texten beschrieben, die nichts von ihrer Wissenschaftlichkeit einbüßen, auch wenn der Ton eher salopp gehalten ist. Es macht Spaß, das zu lesen und der Leser nimmt jede Menge Informationen über die Exponate mit. Die Texte wurden von dem Wissenschaftsjournalist Volker Arzt geschrieben und geben der Ausstellung noch das i-Tüpfelchen mit.
Das Schönbuch-Museum (Ringstraße 3, 72135 Dettenhausen) öffnet nur noch sonntags von 14 bis 18 Uhr seine Pforten. Der Eintritt ist frei. Führungen in Kleingruppen (bis maximal fünf Personen) sind nach Vereinbarung möglich. Es sind die allgemein bekannten Corona - Verordnungen zu beachten.





