Gleich im Eingangsbereich empfing die Besucherinnen und Besucher Kunst vom feinsten. Ölbilder mit Schönbuchmotive von Hermann Armbruster, Gniebel-Pliezhausen, zogen die Blicke auf sich.
In der Fotoausstellung im Foyer mit Bildern aus dem letzten und vorletzen Jahrhundert gab es so manches zu entdecken. Personen, die man selbst kannte oder sogar die eigenen Vorfahren hatten sich einst ablichten lassen: Bei der Waldarbeit, beim Heuen auf den Waldwiesen des Schaichtals oder am Sonntag beim Wandern oder Spaziergang in den Wald. Selbst Betrachter, die keinen personellen Bezug zu diesen Menschen hatten, waren von der historischen Aussage der Bilder angezogen. Ausgelegte Bücher und Zeitungsartikel zum Schönbuch fanden zudem auch reges Interesse.
Nach dieser Einstimmung auf das Thema Schönbuch, eröffneten sich im Bürgersaal weitere Stationen. In der Mitte, auf Tischen ausgelegt, durften die Besucherinnen und Besucher in alten Schriftstücken und Dokumenten stöbern. Diese wurden von Forstdirektor Georg Kemmner vom Kreisfortamt Reutlingen aus dem Archiv geholt und in Kopie zur Verfügung gestellt. Nicht nur die älteren Generationen zeigten reges Interesse an diesen Zeugen der Vergangenheit.
In dem aufwendig gestalteten Diorama, einer Waldlandschaft im Kleinen, präsentierten sich friedlich Füchse, Rehkitz, Frischling und weitere Waldtiere. Im Geäst der Laubbäume, die Kreisforstamtmann Thomas Vorwerk geliefert hatte, ließ sich so mancher gefiederten Waldbewohner entdecken, wie zum Beispiel der Waldkauz.
Beeindruckend waren außerdem die Original-Arbeitsgerätschaften der Holzhauer aus der Zeit, in der es noch keine Motorsägen oder elektronische Hilfen gab. Damals forderte die Waldarbeit ausschließlich die Muskelkraft der Holzmacher. Erwin Stauch, der selbst fast vierzig Jahre im Wald gearbeitet hat und die meisten der alten Arbeitsgeräte zur Verfügung gestellt hatte, freute sich, sein Wissen weitergeben zu können.
"Das Räppeleisen heißt zu hochdeutsch "Schäleisen" und wurde zum Entrinden der Stämme gebraucht. Mit der "Kluppe" maß man Dicke und Länge der Stämme, beim "Kubiziergabelmaß" konnte man zusätzlich die Kubikmeter des gemessenen Stammes ablesen", erklärte Stauch und gab den Besuchern einen Eindruck, wie Waldarbeit noch vor Jahrzehnten funktionierte.
Für fachkundige Auskünfte standen auch Herr Kemmner und Herr Vorwerk zur Verfügung. Interessante Fakten konnten außerdem den Schautafeln über den Schönbuch entnommen werden. Besonders die Informationen über den geplanten Großflughafen im Schönbuch in den 1960er Jahren erregten die Gemüter. Manch einer erinnerte sich an den Widerstand, viele aber wussten gar nicht, dass der Schönbuch nur knapp dieser ökologischen Tragödie entging. Als Reaktion auf dieses gerade noch verhinderte Projekt wurde der Schönbuch 1972 zum Naturpark erhoben, um ihn gegen weitere Ansinnen dieser Art zu schützen.
Für einen fulminanten Auftakt zur Eröffnung am Samstagabend sorgten die Reutlinger Jagdhornbläser, unter der Leitung von Dr. Matthias Luik, mit ihren Hörnern. Zur Eröffnung sprachen die Vorsitzende des Vereins, Erika Armbruster, Bürgermeisterin Silke Höflinger und für die Forstverwaltung Revierförster Thomas Vorwerk.
Während am Samstag die Gäste bei der Backhaushockete des TV und des Kleintierzuchtvereins Häslach kulinarisch bestens versorgt waren, bewirtete der Kulturgüterverein die zahlreichen Besucher am Sonntagnachmittag mit Kaffee, Hefezopf und Kuchen.
Mit Bezug zum Schönbuch, wo es früher mehrere Sandsteinbrüche gab, führte Steinmetz- und Bildhauermeister Edgar Schmid am Sonntag sein Handwerk vor. Als Besucheraktion durfte mit einer Waldsäge Stammholz gesägt werden.
Auf Wunsch konnte man sich außerdem von Gerhard Nagel, Mitautor des Buches "Des Schönbuchs stumme Zeugen", das eigene Buch mit einer persönlichen Widmung versehen lassen.
Von Erika Armbruster







