Aussaatzeit beginnt

Blühende Naturparke in Baden-Württemberg informieren:

Flächenvorbereitung und Ansaat wertvoller Wildblumenwiesen

Eine Fläche soll neu angelegt werden, um Lebensraum für Offenlandbewohner und insbesondere Insekten zu schaffen. Ist absehbar, dass durch eine Pflegeumstellung keine rtenreiche Wiese entstehen kann, kann die Ansaat einer regionalen Wiesen-Saatgutmischung sinnvoll sein. Die richtige Vorgehensweise ist dabei entscheidend für den Erfolg der Ansaat.

Flächeneigenschaften und Saatgutauswahl:
Die Bodeneigenschaften und die Nährstoffversorgung bilden die Grundlage für die richtige Saatgutauswahl. Auf besonders nährstoffreichen Böden können sich zum Beispiel konkurrenzstarke Pflanzen besonders gut
durchsetzen, darunter leidet die Artenvielfalt. Bei Bedarf kann der Boden durch die Untermischung von Sand oder feinem Kies abgemagert werden. Besonderer Wert sollte darauf gelegt werden, dass heimisches, regionales Saatgut verwendet wird, sonst ist der Nutzen für die Artenvielfalt erheblich geringer. Zudem sind die regionale Pflanzen besonders gut auf die örtlichen Klimaverhältnisse sowie Tier- und Pilzarten angepasst. In Baden-Württemberg gibt es verschiedene Anbieter, die regionale Saatgutmischungen über das Internet vertreiben. 
Eine Alternative sind Wiesendrusch und Mahdgutübertragung. Dabei wird das Saatgut direkt von geeigneten Spenderflächen aus der Nähe gewonnen. 

Flächenvorbereitung und Ansaat:
Vor der Ansaat muss das Saatbeet sauber vorbereitet werden. Dominierende Samen- und Wurzelkräuter sollten entfernt werden. Der Boden wird anschließend mit dem Pflug umgebrochen. Flächen mit Samenkräutern wie
Hirtentäschel, Ackerhellerkraut oder Melde sollten nach Umbruch mehrmals mit der Egge oder Fräse bis zu 5 cm tief bearbeitet werden. Wurzelkräuter wie Kratzdistel, Winde oder Quecke können nach Umbruch mit dem Einsatz eines Grubbers aus dem Boden gezogen werden. In beiden Fällen können in der Etablierungsphase häufigere Pflegeschnitte notwendig sein. Der Boden sollte sich nach dem ersten Umbruch für 2-3 Wochen absetzen können. 
Das Saatbeet wird abschließend mit Egge oder Fräse für die Ansaat feinkrümelig vorbereitet. Bei Ausbringung des Saatguts ist auf die Mengenangabe des Saatgutherstellers zu achten. Saatmaschinen oder Streuhilfen im Saatgut können die gleichmäßige Verteilung unterstützen. Die Samen müssen anschließend angewalzt werden, um den Bodenanschluss sicherzustellen. Achtung: Nicht mit Erde bedecken! 
Eine Ansaat ist generell im Frühling oder Herbst (August bis Oktober) möglich, regelmäßiger Regen ist für das Auflaufen der Pflanzen förderlich.

Pflege:
Bei starkem Aufwuchs von ungeplanten Beikräuten ist es ratsam, während der Etablierungsphase regelmäßige Schröpfschnitte durchzuführen: Immer wenn der Aufwuchs Bierflaschenhoch steht, auf die Höhe einer umgekippten Bierflasche mähen ;-)
Nach Etablierung der Wiesenpflanzen, meist im zweiten Jahr, wird auf Wiesenpflege umgestellt. In der Regel wird die Fläche zwei Mal im Jahr gemäht, im Juni und wenn nötig nochmls im Oktober. Entscheidend ist, dass nicht zu tief geschnitten wird (8-10cm) und das Schnittgut abtransportiert wird. Bei jeder Mahd sollten mindestens 10% der Fläche stehen gelassen werden, damit Tiere und Pflanzen ihre Entwicklung abschließen können und weiterhin Nahrung und Verstecke vorhanden sind.

Mehr Infos finden Sie im Projekt “Blühender Naturpark Schönbuch” und unter www.bluehende-naturparke.de.