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Mehrere tausend Gäste besuchten am 03.10.2010 bei allerschönstem Herbstwetter den „Tag der offenen NaTÜr“, um zahlreiche Attraktionen rund um das Kloster Bebenhausen und im Naturpark Schönbuch zu erleben. Eingeladen zu diesem besonderen Ereignis hatten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, der Naturpark Schönbuch und das Landratsamt Tübingen, Abteilung Forst. Die Veranstalter wollten mit dem „Tag der offenen NaTÜr“ darauf hinweisen, dass der Naturpark viel mehr ist, als nur die Hintergrundkulisse für den zunehmenden Freizeitsport und dass die Kulturgeschichte des Klosters Bebenhausen untrennbar mit dem Schönbuch verbunden ist.
Auf zwei Bühnen im Klosterhof gab es glänzende Unterhaltung. Kindertheater vom Feinsten präsentierte dabei in höchst amüsanter Weise Flora Primelwurz, ein fantasievoller Theater- und Gärtnerspaß zum Staunen, Lachen, Lernen und Grünwerden. Musikalisch ging‘s weiter mit erzählenden Liedern der Rottenburger Band Töpelmann & Erben über Ska, Reggae, Blues, Rock, Folk, Country bis hin zur schlagerhaften Unterhaltung. Traditionelle Jagdhornklänge sind das Kennzeichen der Schönbuchbläser aus Weil im Schönbuch. Sie legten mit ihren Parforcejagdhörnern einen zauberhaften Klangteppich über die schöne Schlossanlage. Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten und Schlossverwalterin Janna Weitkamp zeigten sich schon bei der Begrüßung am frühen Morgen sehr zufrieden: „Das Kloster und Schloss Bebenhausen und der angrenzende Naturpark bieten besonders zu dieser Jahreszeit eine kaum zu übertreffende Kulisse für diese erstmalig durchgeführte Veranstaltung“. Viele Familien mit großen und kleinen Kindern sah man über den Klosterhof schlendern und entlang des Goldersbachs den „Naturparkours“ entdecken und erproben. Der unumstrittene Star des Tages hieß „Klaus“. Präsentiert von Ingrid Kaipf und Ihrem Team, ließ sich die kleine Fledermaus von Jung und Alt geduldig aus der Nähe betrachten.
Überragende Resonanz verzeichnete aber auch der Tübinger Stadtförster Thomas Englisch mit seinem Team. Auf einer großen Waldwiese am Bettelweg kamen nicht nur die unzähligen Kinder voll auf ihre Kosten. Unter Anleitung der Förster wurde gespielt und mit Naturmaterialien gebastelt.
Am Stand eines echten Weltmeisters im Baumklettern durften Kinder mit Hilfe von Kletterseilen sogar bis hoch in die Baumwipfel klettern - Eine Attraktion, die begeistert angenommen wurde. Doch nicht nur für Kinder war der Naturparkours spannend. An der Forststation des Landkreises Tübingen erklärten die Mitarbeiter sehr anschaulich, wie das Prinzip der Nachhaltigkeit im Forst praktiziert wird, warum der richtige Umgang mit der Ressource Wald von so großer Bedeutung ist und wie die Chancen für eine Rückkehr der Wildtiere Luchs und Wolf in unsere heimischen Wälder stehen.
Der im Schönbuch über Jahrhunderte abgebaute Stubensandstein hat seine Berühmtheit durch die Verwendung in Gebäuden wie dem Kölner Dom, dem Ulmer Münster oder dem Kloster Bebenhausen erlangt. Am Stand des Dettenhäuser Steinmetz - Betriebes Zimmermann konnten sich die Kinder als Steinmetz erproben und nach Lust und Laune mit Hammer und Meißel den Schönbuchstein bearbeiten.
Auch auf den Wegen zwischen den Stationen sah man gut gelaunte und entspannte Gesichter. Alt und Jung freuten sich über einen schönen Spaziergang an einem sonnigen Herbsttag. Die geschätzten 5.000 Besucher verteilten sich weitläufig auf dem großzügigen Gelände des „Tags der offenen NaTÜr“. Kind und Hund, Fahrrad oder Kinderwagen - keiner kam sich ernsthaft in die Quere.
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Regierungspräsident Hermann Strampfer ließ es sich nicht nehmen, den knapp vier Kilometer langen Rundweg abzuwandern. In seinem Grußwort wies er besorgt auf die Natur-Entfremdung vieler Kinder hin, die oft computeranimierte Landschaften ferner Galaxien besser kennen, als den eigenen Garten. Deswegen sei es ganz besonders wichtig, die Natur durch solche Veranstaltungen wieder Teil des Alltags werden zu lassen. Ein Klassiker im Schönbuchprogramm sind die Führungen der Naturpark-Landschaftsführer. Fünf Gruppen zogen mit bis zu 40 Teilnehmern los, um die Landschaft zu erkunden und auf den kulturhistorischen Spuren unserer Vorfahren zu wandeln. Klar, dass dabei auch die weitreichende Kulturgeschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters Bebenhausen eine Rolle spielte. Die vielen Stationen des Naturparcours und im Klostergelände kamen allesamt sehr gut an. Immer wieder hörte man begeisterte Schilderungen von kleinen, spannenden Erlebnissen an den Stationen. Kulinarischer Mittelpunkt des Festes war der Klosterhof. Hier konnte man sich mit leckerem Schönbuch-Wildschweinbraten oder backfrischer Dinnede aus dem Bebenhausener Backhaus verwöhnen lassen.
Rund 50 Helfer, meist ehrenamtliches Personal, sorgten für eine reibungslose Logistik. Temporäre Warteschlangen an der Essensausgabe nahmen die Besucher geduldig hin. Naturparkvorsitzender Martin Strittmatter und der Vorsitzende des Fördervereins Naturpark Schönbuch e.V., Michael Lutz würdigten „das enorme Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer von Schlossverwaltung, Forst und Naturpark-Förderverein, ohne deren Hilfe eine Großveranstaltung wie der „Tag der offenen NaTÜr“ nicht über die Bühne gehen könnte“.
Gegen 18.00 Uhr klang der Tag langsam aus. Die knapp 1.000 Parkplätze leerten sich allmählich wieder und die Radfahrer rollten heimwärts. Der leckere Kuchen am Kuchenstand war ausverkauft, ebenso das Wildschwein und die Dinnede. Geblieben ist eine wunderbare Erinnerung an einen zauberhaften Tag.
Die für die Organisation des „Tag der offenen NaTÜr“ Verantwortlichen Janna Weitkamp, Götz von Bülow und Mathias Allgäuer bedanken sich an dieser Stelle ganz herzlich bei den MitarbeiterInnen des Klosters Bebenhausen, des Landkreises Tübingen, Abt. Forst, des Fördervereins Naturpark Schönbuch und der Abt. Forstdirektion des Regierungspräsidiums für die tolle Unterstützung sowie bei der Stadt Tübingen für die kooperative Zusammenarbeit und den Bewohnern von Bebenhausen, die geduldig diesen enormen Besucherandrang ertragen und den Veranstaltern großzügig Ihre Infrastruktur zur Verfügung gestellt haben.
Programmheft
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