Naturparkplan verabschiedet
   
 

Am 20. November 2009 verabschiedeten die Mitglieder des Naturparkgremiums
im Schloss Bebenhausen den ersten Naturparkplan für den Naturpark Schönbuch.
Im Beisein von Vertretern der 22 Naturpark-Gebietskörperschaften (18 Städte und
Gemeinden sowie die Landkreise Böblingen, Esslingen, Reutlingen und Tübingen),
hob der Naturparkvorsitzende Hubertus Windthorst den im Rahmen des
Planungsprozesses erfolgten konstruktiven Austausch unter den Beteiligten der
„Runden Tische“ lobend hervor. Die im Planungsprozess entwickelten Zielsetzungen
zum Schutz der Natur, zur landschaftsbezogenen Erholung und nachhaltigen
Entwicklung der Kulturlandschaft wurden gemeinsam mit Akteuren aus der Forstund
Landwirtschaft, dem Naturschutz und der Landschaftspflege, dem Tourismus
sowie aus anderen gesellschaftlichen Bereichen an „Runden Tischen“ diskutiert und
im Konsens als Leitbild des Naturparks Schönbuch festgelegt.
„Der Naturparkplan ist Arbeitsgrundlage, Handlungsleitfaden und Auftrag zur
zukunftsfähigen Weiterentwicklung des Naturparkgebietes für alle Akteure. Er ist
darüber hinaus Geschäftsgrundlage für die Zuweisung staatlicher Fördermittel“, so
Hubertus Windthorst bei der Vorstellung des Abschlussergebnisses in Bebenhausen.

„Mit dem Leitgedanken, eine naturverträgliche, nachhaltige Regionalentwicklung für
unterschiedliche gesellschaftliche Ansprüche an den Naturpark zu praktizieren,
werden viele innovative Projekte zur Verbesserung der Erholungs- und
Erlebnisqualität initiiert. Gleichzeitig soll ein weitgehender Interessenausgleich
gewährleistet werden.“ (siehe Hintergrundinformationen).
Von Januar 2009 an fanden mehrere Diskussionsrunden statt, bei denen deutlich
wurde, dass der Naturpark Schönbuch eine Sonderstellung unter den badenwürttembergischen
Naturparken einnimmt:
Als großes, geschlossenes Waldgebiet, welches nur durch wenige Straßen
zerschnitten ist, genießt er nahezu flächendeckend lokalen, regionalen, nationalen
und europäischen Gebietsschutz. Zudem ist er im dicht besiedelten mittleren
Neckarraum ein wertvolles Rückzugsgebiet für viele seltene Tiere und Pflanzen.
Gleichzeitig nutzen ihn Jahr für Jahr mehrere Millionen Besucher für ihre
Freizeitgestaltung und Erholung.
Aus diesen Alleinstellungsmerkmalen leiten sich die besonderen
Nutzungsansprüche, Erwartungen und Bedürfnisse an den Naturpark Schönbuch ab.
Die Naturparkfläche unterliegt neben dem Schutz als Naturpark weiteren
Schutzkategorien mit lokaler, regionaler, landesweiter und europaweiter Bedeutung.
Fast die gesamte Fläche besitzt eine hohe Wertigkeit im europäischen
Schutzgebietsnetz Natura 2000. Als zusammenhängendes Waldgebiet im dicht
besiedelten Raum dient er vorzugsweise der naturnahen Erholung innerhalb der
Metropolregion Stuttgart.

Mit einer Waldfläche von 86 % weist der Naturpark Schönbuch den höchsten
Waldanteil aller baden-württembergischen Naturparke auf.
Die kulturhistorische Vergangenheit der Waldlandschaft ist außergewöhnlich vielfältig
und von besonderer Bedeutung. Die landwirtschaftliche Nutzung hat zwar eine
untergeordnete Bedeutung, leistet aber dennoch wichtige Beiträge zur Vielfalt des
Landschaftsbildes und der Lebensräume im Naturpark.
Im Gegensatz zu anderen Naturparken charakterisiert den Naturpark Schönbuch
eine relativ homogene Landschaftseinheit: das zusammenhängende Waldgebiet
zwischen Stuttgart und Tübingen ist Schutzgebiet, bewirtschaftete Kulturlandschaft
und Erholungsraum zugleich.


 

In der Richtlinie des Ministeriums Ländlicher Raum zur Gewährung von
Zuwendungen an Naturparke in Baden-Württemberg vom 1. Dezember 2007 ist festgelegt,
dass „die Durchführung der Naturparkförderung ohne Naturpark-Plan … nur noch bis
31. Dezember 2009 möglich“ ist.


Der Naturpark Schönbuch ist einer der gegenwärtig sieben Naturparke in Baden-
Württemberg – als ältester und auch kleinster Naturpark nimmt er hierbei eine
besondere Stellung ein. Wichtigste Aufgaben sind die Wahrung der Eigenart der
Schönbuchlandschaft sowie die Erhaltung und der Schutz der Lebensgrundlagen für
die naturgebundene Erholung.

Die Naturparkverwaltung hat fast 40 Jahre bedeutsame Arbeit zur Bewahrung und
Entwicklung des Naturparks Schönbuch erbracht. Maßgebliche Einrichtungen wie
das Informationszentrum im Schloß Bebenhausen oder ein landkreisübergreifendes
Besucherleitsystem konnten in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Naturpark
Schönbuch e.V. und den zuständigen Gebietskörperschaften geschaffen werden.

Außerdem werden Jahr für Jahr viele Maßnahmen auf den Gebieten der
Landschaftspflege, Erholungsvorsorge, Besucherinformation sowie der Stärkung des
ländlichen Kulturerbes realisiert. Allein in den vergangenen zehn Jahren konnten 100
Anträge mit rund 335 Tsd. Euro Fördermitteln vom Land Baden-Württemberg und
(bis 2006 von) der Europäischen Union bezuschusst werden, darunter auch das
preisgekrönte Projekt zur Erfassung der Kleindenkmale im Naturpark Schönbuch.
2008 begannen die Arbeiten am Naturparkplan. Die Zielsetzungen werden für die
künftige Naturparkarbeit im Schönbuch richtungsweisend sein. Die bewährten
Strukturen und Akteure, die die Naturparkarbeit seit 1972 auf den Weg gebracht,
betrieben und weiterentwickelt haben, sind auch künftig Basis und Ausgangspunkt
für die Zukunftsstrategien des Naturparks Schönbuch. Das Planwerk besteht aus den
Teilen Bestandsanalyse, Leitbild und Ziele sowie einem Projektteil. Der
Naturparkplan orientiert sich an den vom Verband deutscher Naturparke (VDN)
herausgegebenen Leitfäden “Optimierte Umsetzung von Naturparkplänen“ und
„Erarbeiten von Naturparkplänen“ und berücksichtigt die gebietsspezifischen
Besonderheiten.

Zur Bildung von Arbeitsgruppen wurden im Herbst 2008 Städte, Gemeinden, Ämter
und Verbände mit der Bitte um Beteiligung angesprochen. Um das Leitbild des
Naturparks zu präzisieren sowie Ansätze für die künftige Naturpark-Arbeit zu
diskutieren, fanden im Jahr 2009 Arbeitstreffen zu folgenden Themenkreisen statt:
1. Naturschutz und Landschaftspflege
2. Forstwirtschaft und Landwirtschaft
3. Erholung/Tourismus, kulturlandschaftliche und historische Bedeutung.

In mehreren Diskussionsrunden wurde deutlich, dass der Naturpark Schönbuch eine
Sonderrolle einnimmt. Als großes, geschlossenes Waldgebiet, welches nur durch
wenige Straßen zerschnitten ist, genießt er nahezu flächendeckend lokalen,
regionalen, nationalen und europäischen Gebietsschutz. Er ist im dicht besiedelten
mittleren Neckarraum ein wertvolles Rückzugsgebiet für viele seltene Tiere und
Pflanzen. Gleichzeitig nutzen ihn Jahr für Jahr mehrere Millionen Besucher für ihre
Freizeitgestaltung und Erholung.


 

In einer außerordentlichen Sitzung des Naturparkgremiums wurde der Naturparkplan nun verabschiedet. Die wesentlichen Inhalte dieses Fachplans werden 2010 in einer speziell aufbereiteten Fassung für die interessierten Besucher zur Verfügung gestellt.

 

Gruppenbild

 

Auf dem Foto sind neben den Mitgliedern des Naturparkgremiums auch einige Bürgermeister der insgesamt 18 Naturpark-Städte und -Gemeinden sowie die maßgeblich an der Erarbeitung des Plans beteiligten Personen vertreten.