Neue Tafel beim Geschichtlichen Lehrpfad Einsiedel informiert über die „Römische Töpferei im Schönbuch“
   
 

Der durch den Förderverein Naturpark Schönbuch e. V. grundlegend überarbeitete Geschichtliche Lehrpfad Einsiedel wurde im Jahre 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Lehrpfad ist 4,5 km lang und beginnt am ehemaligen Schloss Einsiedel. Die Wanderzeit beträgt ca. 90 Minuten.

Bisher unterrichten 13 anschauliche Informationstafeln u. a. über das Schloss Einsiedel, die Wald- und Jagdgeschichte sowie die frühe Besiedelung im Naturpark Schönbuch.

Mit der Infotafel zur „Römischen Töpferei im Schönbuch“ wird die Station 7 des Lehrpfades um eine weitere Tafel bereichert.
Sie informiert über die Funktionsweise der römischen Töpferöfen und die Herstellung von Tonkeramik im Gebiet der Einsiedler Allee zur Römerzeit. Der Tafeltext stammt vom Archäologen Dr. Christoph Morrissey.

Tatkräftige Unterstützung gab es auch von den Forstwirt-Auszubildenden des forstlichen Stützpunktes Pfronstetten. Sie fertigten das zur Aufhängung der Tafel notwendige Schilderhäuschen aus Douglasienholz an und stellten es an Ort und Stelle auf. Der Landkreis Reutlingen übernahm die Kosten für das Schutzhäuschen.

 

Dr. Morrissey

„Die Menschen im Schönbuch wussten schon früh wie sie sich die besonderen natürlichen Gegebenheiten ihrer Umgebung zu Nutzen machen konnten“ meint der Vorsitzende des Fördervereins und Bürgermeister von Waldenbuch, Michael Lutz. Sein Verein zeichnet für die Finanzierung der Tafel verantwortlich. Knapp 70% der Kosten wurden aus dem Naturparkförderprogramm des Landes beigesteuert.

 

 

Gäste und die Presse


 
Hintergrundinformation
Bei der Schnapseiche nahe Weil im Schönbuch wurden 1911
bei archäologischen Untersuchungen Überreste einer Töpferei mit Ofengrube entdeckt.
Den Funden nach zu urteilen wurde die Töpferei in den Jahrzehnten um 200 n.Chr. betrieben und die Erzeugnisse im näheren Umkreis verkauft.
An der Einsiedler Allee wurde ein Keramik- und ein Ziegelofen betrieben.
Die im Schönbuch in den Jura-Deckschichten sowie im Stubensandstein und den Bunten Mergel anstehenden tonigen Verwitterungslehme eigneten sich gut zur Herstellung von Keramik. Man reinigte und schlämmte den gewonnenen Ton in einer Einweichgrube, vermengte ihn anschließend in der Regel mit feinem Sand und drehte ihn auf einer fußbetriebenen Töpferscheibe zur Form. Die anschließend lederhart an der Luft getrockneten Gefäße wurden dann in den römischen Töpferöfen nach einem kurzen Vorbrand bei 750° bis 850° Celsius gebrannt. Hergestellt wurden u.a. Becher, Teller, Krüge und Schalen als Speisegeschirr. 

 
 
Der Förderverein Naturpark Schönbuch e. V. unterstützt seit vielen Jahren die Belange des Naturparks. Hierzu zählt neben der praktischen Landschaftspflege und Öffentlichkeitsarbeit auch die geschichtliche Forschung zum Schönbuch. Der Förderverein Naturpark Schönbuch e.V. bekommt am 23.10.2008 den Kulturlandschaftspreis 2008 des Schwäbischen Heimatbundes für den Erhalt von Kleindenkmalen verliehen.
 
Bürgermeister Lutz
 
 
 
Otto Harrer, Friedrich Flach: "Die besondere Geschichte von Häfner-Neuenhaus im Zusammenhang mit dem Schönbuch"

 

Tafel Römischer Töpferofen

 

Tafel in der Größe DIN A4